München (dpa) - Im Prozess gegen den Steuersünder Uli Hoeneß hat heute vor dem Münchner Landgericht der voraussichtlich letzte Verhandlungstag begonnen.

Am Vormittag werden die Plädoyers von Anklage und Verteidigung erwartet. Danach dürfte die Urteilsverkündung folgen. Schon um 7.00 Uhr hatten sich vor dem Justizpalast Schlangen von Schaulustigen gebildet, die auf Einlass in den Gerichtssaal warteten.

Die Anklage war ursprünglich von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern ausgegangen. Im Laufe des Prozesses kamen aber neue Unterlagen hinzu und die Summe vervielfachte sich auf 27,2 Millionen Euro. Damit drohen dem Präsidenten des FC Bayern im Extremfall bis zu zehn Jahre Haft. Voraussetzung für die maximale Freiheitsstrafe ist, dass das Gericht einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung sieht.

Erachten die Richter hingegen die Selbstanzeige für gültig, die Hoeneß im Januar 2013 eingereicht hatte, könnte das Verfahren eingestellt werden und Hoeneß straffrei bleiben. Die Steuerschuld plus Zinsen müsste er aber bezahlen.