Das Landgericht München II wird voraussichtlich am Donnerstagnachmittag nach der Mittagspause das Urteil im Prozess gegen Uli Hoeneß, den Präsidenten des FC Bayern München, sprechen. Wegen der Steuerhinterziehung von inzwischen rund 27,2 Millionen Euro könnte Hoeneß im schlimmsten Fall zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren ohne Bewährung verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Abschlussplädoyer eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren gefordert. Bei dieser Länge ist es nicht möglich, die Strafe auf Bewährung auszusetzen. Die Verteidigung beruft sich jedoch auf die Selbstanzeige vom Januar 2013 und fordert die Einstellung des Verfahrens. Ein Freispruch ist juristisch nicht möglich.

Hoeneß muss in jedem Fall seine Steuerschuld inklusive Zinsen begleichen. Die Gesamtsumme von 27, 2 Millionen Euro wurde erst im Laufe des Verfahrens bekannt. Auf Basis dieser Summe wird das Gericht über das Urteil entscheiden. Den exakten Geldbetrag wird das Finanzamt erst nach Prozessende berechnen.

Da am vierten Verhandlungstag keine weiteren Beweisanträge gestellt und die Plädoyers von beiden Seiten am Vormittag gehalten wurden, könnte das Urteil bereits nach der Mittagspause ab 14 Uhr fallen. Richter Heindl hatte die Beweisaufnahme am Vormittag eine Viertelstunde nach Verhandlungsbeginn abgeschlossen.

Verteidigung und Staatsanwaltschaft können nach der Urteilsverkündung in Revision gehen. Die nächste zuständige Instanz wäre der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.