Frankfurt/Main (SID) - Die Spitzen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) haben nach dem Urteil gegen Uli Hoeneß die Arbeit des Gerichts gewürdigt, gleichzeitig aber auch die Verdienste des Präsidenten von Rekordmeister Bayern München hervorgehoben. Diese blieben trotz der Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten unberührt.

"Die Dimension des gesamten Vorgangs, wie er in den letzten Tagen publik wurde, hat auch uns als DFB überrascht. Die großen Verdienste von Uli Hoeneß für Bayern München und den gesamten deutschen Fußball bleiben unabhängig von diesem Prozess bestehen", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Die juristische Beurteilung können in einem solchen Fall aber ausschließlich die Gerichte vornehmen, und da muss für Uli Hoeneß das gleiche Recht wie für jeden anderen gelten."

Ähnlich äußerte sich Ligapräsident Reinhard Rauball. "Das Gericht hat das Urteil nach einem gründlichen rechtsstaatlichen Verfahren gefällt. Angesichts des Strafrahmens des Gesetzes war eine derart harte Sanktion nicht ausgeschlossen. Im Übrigen liegt es ausschließlich bei den Verantwortlichen des FC Bayern München, die Thematik mit Blick auf den Klub zu bewerten und damit umzugehen", sagte der Jurist: "Die Verdienste von Uli Hoeneß um den deutschen Fußball bleiben trotz seines von ihm selbst eingestandenen Fehlverhaltens unberührt."

Hoeneß war am Donnerstag im Steuerprozess vor der 5. Strafkammer des Landgerichts München II für schuldig befunden worden, 28,462 Steuern inklusive Solidaritätszuschlag hinterzogen zu haben. Der 62-Jährige kündigte über seinen Anwalt Hanns Feigen umgehend an, in Revision zu gehen.