München (dpa) - Im Steuer-Prozess gegen Uli Hoeneß fordert die Verteidigung höchstens eine Bewährungsstrafe sowie die Aussetzung des Haftbefehls gegen den Präsidenten des FC Bayern München.

"Die Tat wird überlagert von einer vollständigen Rückkehr zur Steuerehrlichkeit", sagte Anwalt Hanns Feigen am Donnerstag vor dem Landgericht München. Falls das Gericht davon ausgehe, dass die Selbstanzeige wirksam sei, sei von Straffreiheit auszugehen. Es gebe bisher keine Urteile, wie mit einer solchen fehlgeschlagenen Selbstanzeige umzugehen sei, sagte Feigen.

Das Urteil werde nicht vor 14.00 Uhr fallen, sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz. Zuvor hatte die Anklage für eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert. Es handele sich um einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung, sagte Staatsanwalt Achim von Engel. "Eine wirksame Selbstanzeige, die die Verfolgung verhindern würde, liegt nicht vor." An den Staatsanwalt gerichtet sagte Verteidiger Feigen, er halte die beantragte Strafe "in der Oktave für völlig verfehlt".

Die Staatsanwaltschaft war in ihrer Anklage noch von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern ausgegangen. Im Laufe der ersten drei Prozesstage vervielfachte sich diese Summe auf 27,2 Millionen Euro. Die Verteidigung hat diese Steuerschulden anerkannt.