Köln (SID) - Der an Leukämie erkrankte Handball-Weltmeister Arnulf Meffle ist nach einer Ende Januar 2013 erhaltenen Knochenmarkspende "noch nicht überm Berg, aber nah dran. Wenn ich keine Knochenmark-Transplantation bekommen hätte, würde ich heute wahrscheinlich schon nicht mehr leben", sagte der 56-Jährige im Gespräch mit gold, dem Magazin der Deutschen Sporthilfe

Die Krankheit war bei Meffle erstmals im Frühsommer 2009 ausgebrochen und nach einer ersten zunächst erfolgreichen Behandlung 2012 zurückgekehrt. Meffle war stets sehr offen mit der Diagnose umgegangen, unter anderem, um auf die Bedeutung von Knochenmarkspenden aufmerksam zu machen. 

Seit nunmehr fast 14 Monaten hofft er erneut, den Blutkrebs endgültig überwunden zu haben: "Erwartungen hat man schon, denn man will ja gesund werden", sagte der langjährige Rechtsaußen des damaligen Bundesligisten TuS Hofweier: "Auf der anderen Seite muss man es nehmen, wie es kommt."

In den vergangenen anderthalb Jahren hat der Weltmeister von 1978 gelernt, geduldig zu bleiben. "Vor meiner Krankheit hatte ich das Gefühl, das meiste in der Hand zu haben, jetzt kann ich vieles nicht selbst steuern", sagte er. Nach wie vor sei er abhängig von Medikamenten, "und immer wieder gibt es Schwankungen beim Essen, was sich dann natürlich auf das Gewicht und die Kraft auswirkt". 

Ostern 2013 sei es besonders schlimm gewesen, damals habe er "keine drei Meter mehr alleine laufen" können. Derzeit beeinträchtige ihn vor allem "eine starke Grundmüdigkeit, aber das ist normal", sagte Meffle: "Von daher bin ich mit meinem momentanen Zustand ganz zufrieden."

Als er seinerzeit erfahren habe, dass ein geeigneter Spender gefunden worden war, habe er das mit einer Mischung "aus Erleichterung und einem mulmigen Gefühl" aufgenommen: "Denn durch die Transplantation hätte ich auch sterben können." Ob der Spender durch die Aktion "Handballer für Handballer", in der sich fast alle deutschen Ligaspieler für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS typisieren ließen, gefunden wurde, weiß Meffle nicht, es spielt für ihn auch "nicht die entscheidende Rolle". Erst nach zwei Jahren darf er erfahren, wer sein Spender war.

Auf dem Weg zur erhofften vollständigen Genesung muss Meffle "nach wie vor vorsichtig sein. Und vor allem Kraft aufbauen. Es geht darum, so weit wie möglich wieder alltagsfähig zu werden. Aber ich freue mich auf die Zukunft."