Berlin (dpa) - Der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat einen anderen Umgang der katholischen Kirche mit Gläubigen gefordert, die nach einer Scheidung wieder geheiratet haben. Marx zeigte sich offen für Forderungen, diese Christen wieder zur Kommunion zuzulassen.

Die Gläubigen erwarteten zurecht, dass die katholische Kirche auch jene Menschen begleite, deren Ehe gescheitert sei, mahnte der Erzbischof von München und Freising am Mittwochabend in der ARD. "Da muss deutlich werden, dass wir als Kirche sagen, ihr seid keine Christen zweiter Klasse, es gibt auch die Chance für einen Neuanfang, und wir wollen das mitbegleiten. Das müssen wir positiv unterstützen und verstärken."

Marx wies darauf hin, dass dieses Problem in Rom auch in Anwesenheit des Papstes erörtert worden sei. Kardinal Walter Kasper habe dabei Wege aufgezeigt, wie eine Öffnung erreicht werden könne. Diesen Weg könne man allerdings in der Weltkirche nur gemeinsam gehen. "Aber ich kann da Hoffnung machen."

Marx, der als Vertrauter des Papstes gilt, war am Mittwoch zum neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt worden. Die katholische Kirche in Deutschland befindet sich spätestens seit dem Missbrauchsskandal in einer Krise. Ein Thema, das viele Gläubige beschäftigt, ist der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, die nicht am Abendmahl teilnehmen dürfen. Die Bischofskonferenz strebt hier zwar neue Lösungen an, fasste dazu in Münster jedoch keine Beschlüsse.

Am letzten Tag ihrer Vollversammlung in Münster beraten die katholischen Bischöfe am Donnerstag über das Thema Religionsfreiheit. Besonders im Fokus steht dabei die Lage in Afrika, wo dieses Menschenrecht in etlichen Staaten nicht garantiert ist.

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