Paris (dpa) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) legt ihre Beitrittsverhandlungen mit Russland vorerst auf Eis. Der OECD-Rat sei damit einem Antrag der 34 Mitgliedstaaten gefolgt, teilte die Organisation heute in Paris mit.

Stattdessen solle nun die bereits bestehende Zusammenarbeit mit der Ukraine gestärkt werden. Ziel sei es, dem Land bei der Bewältigung der politischen Herausforderungen zu helfen. Die Aufnahmegespräche mit Russland waren 2007 beschlossen worden.

Die 1961 als eine Art "Wirtschafts-Nato" gegründete OECD vereint Länder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. Mittlerweile sind neben großen Volkswirtschaften wie Deutschland, den USA und Japan auch Schwellenländer wie Mexiko und Chile Mitglied.

Die Experten der Organisation erarbeiten beispielsweise regelmäßig Konjunkturprognosen und sind für den weltweit größten Schulleistungstest Pisa verantwortlich. Im Auftrag der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) stellte die OECD jüngst ein Regelwerk zum automatischen Austausch von Informationen über Finanzströme vor. Es soll vor allem die Steuerflucht über Finanzzentren in Übersee erschweren.

Website OECD