Frankfurt/Main (dpa) - Die Börse feiert den scheidenden Lufthansa-Chef Christoph Franz.

Obwohl Abfindungen für Mitarbeiter und die Kosten für modernere Flugzeugkabinen 2013 erneut kräftig am Gewinn zehrten, winkt den Aktionären nach einer Nullrunde nun wieder eine Dividende.

Bei seiner letzten Bilanz als Lufthansa-Chef benannte der bestens gelaunte Christoph Franz am Donnerstag den Sprung von mehr als 60 Prozent beim um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn als "guten Grund", dieses Mal 45 Cent pro Aktie zu zahlen. Der Kurs des Lufthansa-Papiers setzte sich umgehend an die Spitze des DAX und lag zeitweise 8 Prozent über dem Vortag.

Dabei steckt Europas größter Luftverkehrskonzern noch mitten im Umbruch: Bei einem leicht rückläufigen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro schrumpfte der operative Gewinn 2013 auf 697 Millionen Euro nach 893 Millionen Euro im Jahr zuvor, noch unterstützt von deutlich geringeren Kerosinkosten im Schlussquartal. Damit ist Europas größter Luftverkehrskonzern exakt am oberen Rand seiner Prognose gelandet, aber noch meilenweit von den Zielen des von Franz 2012 gestarteten Sparprogramms "Score" entfernt.

Die Sonderkosten für Abfindungen und die Flugzeugmodernisierung bezifferte Finanzchefin Simone Menne auf 345 Millionen Euro. Ohne Sondereffekte sei der operative Gewinn auf gut eine Milliarde Euro gestiegen. Der geplante Abbau von 3500 Verwaltungsstellen sei noch nicht abgeschlossen. Entscheidend seien Einsparungen im Kerngeschäft der Fliegerei: Die Kosten pro angebotenem Sitzkilometer seien im vergangenen Jahr auch ohne die Spritkomponente um rund 2 Prozent gesenkt worden.

In diesem Jahr will das Unternehmen seine Flotte flexibler vor allem im Sommer stärker einsetzen und zudem mehr Tickets verkaufen, indem in 30 Übersee-Fliegern die First Class aufgegeben wird. Zusätzliche Einnahmen von rund 80 Millionen Euro soll auch die neue Zwischenklasse "Premium Economy" bringen. Vor einem steigenden Ölpreis habe man sich mit Vorauskontrakten effektiv geschützt, führte Menne aus.

Unter dem Strich verdiente die Lufthansa im vergangenen Jahr nur noch 313 Millionen Euro - ein Rückgang um 74,5 Prozent zum Vorjahr, das allerdings von hohen Sondereffekten durch den Verkauf von Anteilen an dem Tourismusdienstleister Amadeus geprägt war.

Für dieses und das kommende Jahr kündigte Franz stark steigende Ergebnisse an. Der operative Gewinn werde 2014 zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Euro liegen, bereinigt bei 1,7 bis 1,9 Milliarden. 2015 würden dann die Ziele des Sparprogramms "Score" erreicht. Weil Lufthansa zusätzlich die Flugzeuge künftig über 20 statt wie bisher über 12 Jahre abschreiben will, soll der operative Gewinn im kommenden Jahr auf 2,65 Milliarden Euro springen - bisher hatte das Ziel bei 2,3 Milliarden Euro gelegen.

"Score ist auf Kurs. Die Entwicklung ist nachhaltig", erklärte der zum Schweizer Pharma-Riesen Roche wechselnde Franz. Unter seinem Nachfolger Carsten Spohr soll es nun weiter aufwärts gehen.

Die deutschen Marken Lufthansa und Germanwings legten im vergangenen Jahr von niedrigem Niveau aus zu, selbst das langjährige Sorgenkind Austrian Airlines schaffte es endgültig in die Gewinnzone. Die Sparten Technik und Catering glänzten mit operativen Rekordergebnissen. Der Gewinn der Frachttochter Lufthansa Cargo brach hingegen um mehr als ein Viertel ein.