Potsdam (dpa) - Ohne ein Angebot der Arbeitgeber ist am Donnerstag die erste Runde der Tarifverhandlungen für die 2,1 Millionen Beschäftigten in Bund und Kommunen zu Ende gegangen.

Verdi-Chef Frank Bsirske kündigte in Potsdam dezentrale Aktionen in den Betrieben bis zur nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Donnerstag an. "Bislang ergaben die Verhandlungen wenig Konkretes", sagte der Gewerkschaftschef. "Daher kann es nicht schaden, wenn die Beschäftigten sich für Bewegung in den Verhandlungen stark machen." Die Vorsitzende der Erziehungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, kündigte Warnstreiks in Kitas an: "Die GEW geht davon aus, dass die Erzieherinnen und Erzieher deutlich machen, was sie von den Verhandlungen erwarten."

Die Gewerkschaften fordern eine pauschale Anhebung der Gehälter um 100 Euro sowie einen weiteren Lohnzuwachs von 3,5 Prozent. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte, die Positionen lägen noch weit auseinander. "Das Volumen ist zu hoch", sagte der Minister. Ein Angebot der Arbeitgeber sei erst dann sinnvoll, wenn es einen Weg zu einer Einigung ebne und nicht erschwere. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) rechnet bei Umsetzung der Gewerkschaftsforderungen mit Zusatzkosten von mehr als sechs Milliarden Euro, der Bund mit zusätzlich zwei Milliarden Euro.