Riad (dpa) - Saudi-Arabien hat innerhalb von fünf Monaten mehr als 370 000 ausländische Arbeiter abgeschoben. Die Ausgewiesenen, die ohne gültige Aufenthalts- und Arbeitspapiere aufgegriffen worden waren, stammen größtenteils aus dem Jemen, aus Bangladesch, Indien, Pakistan, Ägypten und Äthiopien.

Wie die Zeitung "Al-Riyadh" berichtete, warten derzeit weitere 184000 Ausländer auf ihre Abschiebung. Rund 1,5 Millionen Ausländer ohne gültige Papiere hatten Saudi-Arabien bereits zuvor auf eigene Kosten verlassen, um nicht festgenommen und ausgewiesen zu werden.

Die Aktion gegen illegale Arbeitskräfte hatte im vergangenen November begonnen. Sie hat in dem islamischen Königreich bereits zu einem Anstieg der Löhne geführt. Beobachter bezweifeln allerdings, dass die Aktion ihr eigentliches Ziel - die Schaffung von Arbeitsplätzen für Einheimische - erreichen wird. Denn die meisten Saudis sind sich für harte Arbeit zu schade. Als Hauspersonal arbeiten grundsätzlich nur Ausländer.

Wer als Ausländer in Saudi-Arabien seien Job verliert, muss in der Regel ausreisen. Denn der Arbeitgeber ist gleichzeitig auch der "Sponsor" seiner Arbeitserlaubnis.