Mehrere europäische Staatschefs haben auf dem EU-Gipfel weitere Sanktionen gegen russische Politiker und Funktionäre angekündigt. Grund dafür ist das Vorgehen Russlands auf der Krim. "Wir werden sehr deutlich machen, dass wir bei weiterer Eskalation auch bereit sind, wirtschaftliche Sanktionen einzuführen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bisher betreffen die Sanktionen nur ausgewählte Personen. Eine Verhängung von Wirtschaftssanktionen gegen Moskau gilt zum jetzigen Zeitpunkt als ausgeschlossen.

Der französische Präsident François Hollande sagte, es werde "eine Aussetzung der politischen Beziehungen geben". Der für Juni geplante EU-Russland-Gipfel könne unter den derzeitigen Bedingungen nicht stattfinden. "Falls Russland einverstanden mit Verhandlungen ist, falls eine Deeskalation bestätigt wird, werden wir nicht zu anderen Sanktionen übergehen", sagte Hollande.

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, sagte, das sehr brutale Vorgehen Russlands zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim bedeute eine neue Dimension. "All diejenigen, die geglaubt haben, Krieg oder Kriegsgefahr wären kein Thema mehr, sehen sich eines Besseren belehrt", sagte Schulz auf dem EU-Gipfel in Brüssel. "Wir reden vom Risiko eines bewaffneten Konflikts."

"Das Letzte, was Russland will, ist ein starkes Europa", sagte der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt. Es zeige sich bereits ein Effekt der Sanktionen auf Russland. Details nannte er aber nicht.

Russland hatte die Krim am Dienstag in sein Staatsgebiet aufgenommen, nachdem die Bevölkerung am Wochenende in einem Referendum für den Beitritt gestimmt hatte. Die Regierung in Kiew und der Westen halten die Abstimmung für illegal und werfen Moskau vor, Völkerrecht zu brechen und die Spaltung der Ukraine voranzutreiben.