Brüssel (dpa) - Im Streit um die Bankenunion haben sich EU-Staaten und Europaparlament auf einen Kompromiss verständigt. Bevor dieser endgültig besiegelt werden könne, müssten am Vormittag die Fraktionsvorsitzenden des Parlaments eingeschaltet werden, hieß es nach gut 16-stündigen Verhandlungen.

Details wurden zunächst nicht bekannt. Es geht um ein System zum Schließen oder Sanieren von Pleitebanken. Besonders umstritten waren Details eines gemeinsamen Notfalltopfs, der mit Bankengeldern aufgebaut wird und letztlich einen Umfang von 55 Milliarden Euro haben soll. Die EU-Finanzminister hatten sich darauf bereits im Dezember verständigt. Das Parlament ist zustimmungspflichtig.

Die Verhandlungen liefen laut Teilnehmern ungewöhnlich zäh ab. In wenigen Stunden treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs zu ihrem Gipfeltreffen in Brüssel. Sie hatten mehrfach gefordert, den Abwicklungsmechanismus für marode Banken rechtzeitig zu beschließen. Er ist die zweite Säule der Bankenunion; die erste Säule ist die gemeinsame Bankenaufsicht für Großbanken für die Eurozone, die im November starten wird.