Moskau (dpa) - Scharf geißelt Russland die "gesetzwidrigen" Sanktionen der EU und der USA in der Krim-Krise. Zugleich betont Moskau stets, sich eine Bandbreite von Zwangsmaßnahmen vorzubehalten.

Möglich seien "spiegelnde Maßnahmen" - also Kontosperrungen und Einreiseverbote, wie sie der Westen gegen ranghohe Politiker aus Russland und der Krim verhängt hat. Er zweifele nicht daran, dass dies bald geschehe, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow.

Infrage kämen aber auch "asymmetrische Schritte", falls Washington weiterhin auf Konfrontation setze. Damit sind nach Ansicht von Experten zum Beispiel Einschränkungen bei der Zusammenarbeit im Weltsicherheitsrat gemeint - wie bereits vom russischen UN-Botschafter Witali Tschurkin angedroht. Das könnte sich etwa auf die Lösungssuche im Streits um das iranische Atomprogramm auswirken.

Befürchtet wird auch, dass Russland Eigentum von westlichen Unternehmen beschlagnahmen lassen könnte. "Das wäre fatal für deutsche Unternehmen", warnte der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Rainer Lindner. Unwahrscheinlich hingegen, dass Russland die Öl- und Gaslieferungen gen EU einschränkt - die Rohstoffgroßmacht ist zu abhängig von diesen Einnahmen.

Schon im Keim ersticken will Moskau hingegen weitere Maßnahmen der Europäer. So kündigte Russland Schadenersatzforderungen an, sollte Frankreich den Vertrag über die Lieferung von Mistral-Hubschrauberträgern auflösen. Das Verteidigungsministerium in Moskau zeigte sich demonstrativ gelassen. Mögliche Sanktionen des Westens würden die Modernisierung der Streitkräfte nicht beeinflussen, betonte Vizeminister Juri Borissow.