Washington (dpa) - In der Krim-Krise haben die USA weitere Sanktionen gegen Russland beschlossen. Es würden Strafmaßnahmen gegen weitere Regierungsbeamte, "einflussreiche" Russen sowie eine Bank verhängt, die diese Betroffenen materiell unterstützt.

Das sagte US-Präsident Barack Obama am Donnerstag in Washington. Um welche Bank es sich dabei handele, sagte er nicht.

Durch eine Anordnung Obamas sei ab sofort außerdem der Weg frei für Sanktionen gegen ganze russische Wirtschaftszweige. Damit haben die USA nun die Möglichkeit, auch den für Russland wichtigen Gas- und Öl-Sektor mit Strafmaßnahmen zu belegen. Sanktionen gegen solche "Schlüsselsektoren" hätten "bedeutende Auswirkungen" auf die russische und die globale Wirtschaft, betonte Obama.

"Russland muss wissen, dass es sich durch weitere Eskalation nur weiter von der internationalen Gemeinschaft isoliert", sagte Obama, der Minuten später zu einer Reise nach Florida aufbrach.

Frankreichs Präsident François Hollande geht davon aus, dass auch die EU Wirtschaftssanktionen gegen Russland vorbereiten wird. "Wirtschaftssanktionen müssen, auch wenn sie heute nicht beschlossen werden, ins Auge gefasst werden. Sie müssen auf jeden Fall vorbereitet werden", sagte er zu Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. Er erwarte, dass der Gipfel die "individuellen Sanktionen" verschärft - also Einreiseverbote und Kontensperrungen.

"Wenn es eine Zunahme unbegründeter Forderungen gibt, wenn es Truppenbewegungen gibt, wenn es Drohungen gibt, dann wird es auch andere Sanktionen geben", sagte Hollande. Das Ergebnis des Gipfels sagte er so vorher: "Wir beschließen eine neue Phase der individuellen Sanktionen und wir bereiten andere Sanktionen für den Fall vor, dass die Lage sich verschlechtert." Falls Russland zu Diskussionen und Deeskalation bereit sei, "dann wird es keine weiteren Sanktionen geben".