Augsburg (dpa) - Im Berufungsprozess um einen sehr teuren Teppich wird heute das Urteil erwartet. Eine frühere Eigentümerin des Teppichs verklagt ein Augsburger Auktionshaus, weil dort der außergewöhnliche Wert des Exponats nicht erkannt wurde.

Der Auktionator hatte den Teppich vor einer Versteigerung im Jahr 2009 auf 900 Euro taxiert. Verkauft wurde das Stück zunächst in Augsburg für 19 700 Euro. Bei einer erneuten Versteigerung im Londoner Auktionshaus Christie's erzielte der Läufer dann umgerechnet die Rekordsumme von 7,2 Millionen Euro.

Für die Fehleinschätzung will die ursprüngliche Besitzerin, eine ältere Dame aus dem Raum Starnberg, entschädigt werden. In einem ersten Prozess vor dem Augsburger Landgericht war die Klage abgewiesen worden. Ein Gutachter wollte sich auch im Berufungsprozess nicht darauf festlegen, ob der Auktionator den Wert des Kunstwerks hätte erkennen müssen.