Frau verkauft Blumen in Simferopol auf der Krim

Russland hat damit begonnen, den Bewohnern der Halbinsel Krim russische Pässe auszuhändigen. Der Chef der russischen Migrationsbehörde Konstantin Romodanowski sagte der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti, Teile der Dokumente würden bereits seit Mittwoch ausgestellt. "Diese Arbeit wird sich nun von Tag zu Tag intensivieren."

Romodanowski äußerte sich nicht dazu, wie mit Bewohnern der Krim umgegangen werde, die die russische Nationalität nicht wollen. Derzeit gebe es "drängendere Aufgaben", sagte er. Der Fall der Krim sei einzigartig. Noch diese Woche soll laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow die Eingliederung abgeschlossen sein.    

Bundeskanzlerin Angela Merkel drohte mit wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland, sollte sich die Lage weiter verschärfen. Der Anschluss der Krim an Russland erfordere sowohl eine entschlossene als auch geschlossene Antwort aus Europa und von seinen Partnern, sagte sie am Donnerstag. Die Liste der 21 Personen, gegen die Kontosperrungen und Reisebeschränkungen verhängt wurde, werde erweitert.  

Auch die Zukunft Russlands als Mitglied der G-8-Nationen ist laut Merkel fraglich. "Solange das politische Umfeld für ein so wichtiges Format wie die G8 nicht gegeben ist, gibt es die G8 nicht mehr, weder den Gipfel noch die G8 als solches", sagte sie. Die Vorbereitungen für das G-8-Treffen in Sotschi sind wegen den Entwicklungen auf der Krim bereits abgesagt.