Berlin (dpa) - Vor Beginn der zweiten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hat der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, die Gewerkschaften zur Mäßigung aufgerufen.

Gerade die geforderten Zuwächse im unteren Lohnbereich durch den hohen Sockelbetrag von 100 Euro erhöhten den Druck auf die Kommunen, solche Aufgaben zu privatisieren, warnte Landsberg in der "Rheinischen Post". Schon heute seien die Tariflöhne des öffentlichen Dienstes für einfachere Tätigkeiten höher als in der Privatwirtschaft. "Die Gewerkschaften müssen aufpassen, dass nicht der Ast abgesägt wird, auf dem sie sitzen", sagte Landsberg.

Nach einer Welle von Warnstreiks werden die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften am Donnerstag in Potsdam fortgesetzt. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte der "Passauer Neuen Presse", jetzt seien die Arbeitgeber am Zug. "Wenn die Arbeitgeber jetzt kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, sind die Kolleginnen und Kollegen in der nächsten Woche noch steigerungsfähig."

Verdi und der dbb-Beamtenbund fordern für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen neben dem Sockelbetrag von 100 Euro einen Einkommenszuwachs von 3,5 Prozent. Die Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst liege seit dem Jahr 2000 noch immer um mehr als 4,5 Prozent hinter dem Durchschnitt der Tarifentwicklung der Gesamtwirtschaft zurück, sagte Bsirske. Beschäftigte in unteren und mittleren Entgeltgruppen hätten einen zusätzlichen Nachholbedarf.