München (dpa) - Die Niedrigzinsen und der Preiskampf in der Branche drücken auf die Gewinnerwartungen des weltgrößten Rückversicherers Munich Re. Nach 3,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erwartet Konzernchef Nikolaus von Bomhard 2014 ein Ergebnis von 3 Milliarden Euro.

Dennoch will die Munich Re von Ende April an eine weitere Milliarde Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Den Munich-Re-Papieren gab das am Donnerstag kräftig Auftrieb. Am frühen Nachmittag notierten die Aktien des Dax-Unternehmens zeitweise um gut 1,4 Prozent im Plus.

Angesichts der Rahmenbedingungen sei das Jahresziel ambitioniert, sagte Bomhard. "Was uns wichtig ist: Lieber weniger versprechen und dann auf jeden Fall liefern." In das laufende Jahr gehe man frei von Altlasten. "Die Geschäftsfelder sind alle gut unterwegs. Wir haben keine Großbaustellen."

Aktienrückkäufe haben bei der Munich Re Tradition. Seit 2006 hat der Rückversicherer 6,8 Milliarden Euro für den Rückkauf eigener Aktien ausgegeben. Die sinkende Zahl der Anteilscheine soll den Wert der verbleibenden Papiere nach oben treiben. Auch von einer Dividendenanhebung um 25 Cent auf 7,25 Euro sollen die Anteilseigner profitieren.

Als Versicherer der Erstversicherer übernehmen die Rückversicherer einen Teil von deren Risiken. Zum Jahresende 2013 hatte der Konzern 44 665 Mitarbeiter.

Das Verschwinden der Boeing 777 von Malaysia Airlines wird die Munich Re laut Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek nicht mit einer riesigen Summe belasten. Für eine Schadenprognose sei es allerdings noch zu früh. Die Maschine selbst ist mit gut 100 Millionen Dollar versichert.

Sollte es sich um einen Unfall und nicht um eine Entführung durch Terroristen handeln, könnte die Schadensumme laut Munich-Re-Konkurrent Hannover Rück insgesamt mehrere hundert Millionen Dollar erreichen. Federführender Versicherer ist die Allianz.

Im vergangenen Jahr hatte die Munich Re vor allem wegen einer ungewöhnlich niedrigen Steuerlast ihren Gewinn überraschend steigern können. Für 2014 sei nun wieder mit einer normalen Steuerbelastung zu rechnen, sagte Bomhard. Auch die Aufwendungen für Naturkatastrophen fielen 2013 mit 764 Millionen (Vorjahr: 1,28 Mrd) Euro niedriger aus als das Unternehmen erwartet hatte.

Die höchsten Schäden richteten dabei das Hochwasser in Mitteleuropa, sowie Starkregen und Hagelstürme in Deutschland im Juni und Juli vergangenen Jahres an.

Die Ergo Versicherungsgruppe, in der die Munich Re ihr Erstversicherungsgeschäft gebündelt hat, verbuchte eine Gewinn von 436 Millionen Euro, nach 290 Millionen im Vorjahr. Auch das Geschäftsfeld Munich Health, das im Jahr zuvor wegen der Probleme der mittlerweile verkauften Windsor Health Group in den USA einen Verlust von 91 Millionen Euro schrieb, schnitt 2013 mit einem Gewinn von 150 Millionen Euro deutlich besser ab.

Die Branche kämpft schon seit längerem mit der Zinsflaute, die nach Einschätzung der Munich Re auch 2014 anhalten dürfte. Daher rechne man mit etwas geringeren Erträgen aus festverzinslichen Anlagen als im Vorjahr. Die Rendite auf Kapitalanlagen dürfte von 3,5 auf 3,3 Prozent zurückgehen.