Frankfurt/Main (dpa) - Nach sechs positiven Tagen in Folge hat der Dax deutlich nachgegeben. Neben enttäuschenden Konjunkturdaten aus China und Europa sahen Aktienmarkt-Experten die Schwäche der US-Technologiebörse Nasdaq als Belastung.

Der deutsche Leitindex schloss 1,65 Prozent schwächer bei 9188,77 Punkten. Für den MDax ging es um 1,57 Prozent auf 16 080,65 Punkte nach unten, während der TecDax 2,49 Prozent auf 1206,25 Punkte verlor.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 1,41 Prozent auf 3052,91 Punkte. Auch die nationalen Indizes in Paris und London gaben nach. In den USA verlor der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende knapp ein halbes Prozent, der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 deutlichere anderthalb Prozent.

"In China braut sich etwas zusammen", kommentierte Analyst Jens Klatt vom Broker DailyFX das überraschende Achtmonats-Tief beim Einkaufsmanagerindex der britischen Großbank HSBC für das verarbeitende Gewerbe in der Volksrepublik. Auch die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone hätten enttäuscht.

Andere Experten sahen die Kursverluste in den USA und insbesondere an der Technologiebörse Nasdaq als Belastung. Über den Einfluss der Lage in der Ukraine gingen die Meinungen auseinander. Für Klatt von DailyFX ist die Krim-Krise im Vergleich zu China nur ein "laues Lüftchen". Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black dagegen warnte, viele Anleger seien noch nicht überzeugt, dass Putin es bei der Annexion der Krim belassen werde.

Nachrichten zu Unternehmen sorgten bei den Einzelwerten für teils deutliche Ausschläge. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin könnte laut "Wirtschaftswoche" in eine GmbH umgewandelt und von der Börse genommen werden. Zudem wolle die arabische Fluglinie Etihad ihre Anteile von 30 auf 49,9 Prozent aufstocken, und die Kleinaktionäre sollten abgefunden werden, hieß es. Die Aktien eroberten mit plus 3,85 Prozent den zweiten Platz im SDax.

Dagegen büßten die Papiere der Lufthansa im Dax 3,00 Prozent ein. Die Gewerkschaft Verdi hatte nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes Angestellte am Frankfurter Flughafen für Donnerstag aufgerufen, ihre Arbeit ruhen zu lassen. Favorit der Anleger im Leitindex waren die Aktien der Deutschen Post mit plus 1,68 Prozent. Der Logistikkonzern will laut "Welt am Sonntag" den Gewinn seiner Brief- und Paketsparte kräftig steigern.

Die Berichtssaison nähert sich derweil langsam ihrem Ende. Der Rekordgewinn der Tochter Hannover Rück und ein lukrativer Anteilsverkauf ließen den Versicherungskonzern Talanx die hohen Flut- und Hagelschäden des Jahres 2013 verschmerzen. Das Unternehmen übertraf die Erwartungen der Analysten, woraufhin die Aktien im MDax um 0,72 Prozent anzogen. Gesenkte Unternehmensziele ließen indes die Papiere des Arzneiherstellers Stada um 14,64 Prozent einbrechen.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,35 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 134,21 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,41 Prozent auf 143,15 Punkte hoch. Der Euro notierte bei 1,3788 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3774 (Freitag: 1,3780) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7260 (0,7257) Euro gekostet.