Berlin (SID) - NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat vor dem Polizei-Großeinsatz beim Bundesliga-Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 (Dienstag) erneut für bundesweit vernetzte Ermittlungen gegen besonders auffällige Fußball-Hooligans geworben. "Wir wollen an die Rädelsführer herankommen, die zu Gewalt anstiften und die Massenprügeleien organisieren", sagte der diesjährige Vorsitzende der Innenminister-Konferenz von Bund und Ländern (IMK) der Zeitschrift Deutsche Polizei: "Alle Ermittlungen zu einem Intensivtäter sollen möglichst an einer Stelle konzentriert werden. Staatsanwälte und Richter brauchen einen genauen Überblick, wen sie eigentlich vor sich haben."

Jäger sagte in dem Interview mit der Mitgliederzeitung der Gewerkschaft der Polizei für den Fall einer weiteren Eskalation der Gewalt einschneidende Maßnahmen voraus: "Dann werden wir aufgeheizte Diskussion über Stehplatzverbote oder den Ausschluss von Gästefans bekommen." Solche Schritte wären für den 52-Jährigen offenbar lediglich das letzte Mittel: "Das will ich nicht."

Allerdings will Jäger die Zeit seines IMK-Vorsitzes zu Fortschritten bei der bundesweiten Harmonisierung der Polizei-Strategie im Umgang mit reisenden Fans nutzen. "In der Innenministerkonferenz werde ich anregen, die Konzepte zum Umgang mit durchreisenden Fans bundesweit enger abzustimmen", sagte Jäger: "Jetzt kann es sein, dass Fans auf der Reise durch drei Bundesländer, überspitzt formuliert, erst von hochgerüsteten Einsatzgruppen begleitet werden, dann mit deeskalierenden Beamten ohne Helm plaudern, um anschließend wieder in enge Manndeckung genommen zu werden."