Köln (SID) - In der Diskussion über Sanktionen auch des Sports gegen Russland wegen der Krim-Annexion unterstützt Transparency International (TI) die derzeitige Zurückhaltung mehrerer Dachorganisationen. "Der Sport hat ja auch die Kraft, Dinge und Menschen wieder zusammenzuführen. Deswegen sollte man wenigstens noch einige Tage abwarten, wie sich die Lage entwickelt und eine Bedrohung Richtung Ost-Ukraine entsteht", sagte die TI-Sportbeauftragte Sylvia Schenk am Montag auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID).

Zuletzt hatte eine Einladung von Präsident Thomas Bach vom Internationalen Olympischen Komitees (IOC) an Russlands Staatschef Wladimir Putin ins IOC-Hauptquartier nach Lausanne für Aufsehen gesorgt. Die Exektutive des Fußball-Weltverbandes FIFA bekräftigte in der vergangenen Woche den vor drei Jahren erteilten Zuschlag für Russland als Gastgeber der übernächsten WM-Endrunde 2018. Ein Boykott des für Oktober geplanten Formel-1-Rennens in der russischen Olympia-Stadt Sotschi steht bisher ebenfalls nicht zur Debatte.

Schenk plädierte im SID-Gespräch für eine sorgfältige Abwägung von Maßnahmen gegen Russland im Sport: "Wenn Thomas Bach die Einladung an Putin, die nach meinem Kenntnisstand nach den Olympischen Spielen üblicherweise an das Staatsoberhaupt eines Gastgebers ausgesprochen wird, wie schon gefordert zurückziehen würde, könnte dies möglicherweise auch kontraproduktiv sein. Man würde sich eventuell im Sport Möglichkeiten nehmen, über die man sich in einigen Monaten wieder freuen würde, wenn man sie noch hätte."