Oso (dpa) - Drei Tage nach einem verheerenden Erdrutsch im US-Staat Washington haben die Einsatzteams zwei weitere Leichen geborgen. Dies teilte Feuerwehrchef Travis Hots am Dienstagabend (Ortszeit) in einer Pressekonferenz mit. Damit ist die Todeszahl auf 16 gestiegen.

Weitere acht Opfer seien vermutlich aufgespürt, aber noch nicht geborgen worden, erklärte er weiter. 176 Menschen werden noch vermisst. "Leider haben wir keine weiteren Lebenszeichen entdeckt", sagte Hots.

Heftige Regenfälle erschwerten am Dienstag die Sucharbeit Dutzender Einsatzteams. Experten der Bundesbehörde FEMA standen örtlichen Helfern zur Seite. Spürhunde hätten die meisten Opfer gefunden, erklärte Hots. Der Feuerwehrchef sprach auch drei Tage nach der Katastrophe noch von einer möglichen Rettungsaktion. "Wir geben die Hoffnung noch nicht auf, vielleicht noch jemanden in einer Luftblase (in dem Schlamm) zu finden".

Die Zahl der Vermissten bezifferte Einsatzleiter John Pennington weiterhin mit 176. Aus der Bevölkerung seien so viele Hinweise mit den Namen von Personen eingegangen, die sich möglicherweise an dem Unglücksort aufhielten. Davon sei aber noch nicht auf die Zahl der tatsächlichen Opfer zu schließen, betonte der Beamte.

Weil die Rettungskräfte sich nur vorsichtig und mit großer Mühe durch Schlamm, Geröll und Trümmer arbeiten können, dürfte es noch Tage oder gar Wochen dauern, bis die Zahl der Todesopfer in der kleinen Gemeinde Oso klar wird. Bei dem Erdrutsch rund 100 Kilometer nördlich von Seattle waren am Samstag rund 30 Häuser zerstört worden. Nach schweren Regenfällen war ein riesiger Berghang plötzlich abgebrochen und talwärts gerutscht.

Schlammlawinen kommen besonders in den Bergen- und Küstenregionen im Westen der USA immer wieder vor. Besonders die drei Staaten an der Westküste - Washington, Oregon und Kalifornien - sind häufig betroffen. Jedes Jahr sterben durch Erdrutsche in den USA zwischen 25 und 50 Menschen, die von Geröll oder Trümmern erschlagen oder eingequetscht werden. Allein in den USA verursachen diese Notfälle jährlich rund 3,5 Milliarden US-Dollar Schaden.