Rom (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat das Engagement von Papst Franziskus für soziale Gerechtigkeit eine Herausforderung für alle genannt. Der Papst begnüge sich nicht damit, das Evangelium zu verkünden, er lebe es vor, sagte Obama dem Mailänder "Corriere della Sera" vor der Audienz bei Franziskus.

Der Pontifex führe die Gefahr vor Augen, dass man sich an extreme Ungleichheiten gewöhne und diese schließlich dann als normal ansehe. Obama wurde am Vormittag zu seiner ersten Audienz bei dem argentinischen Oberhaupt der katholischen Weltkirche erwartet.

Wie sich der Papst mit Barmherzigkeit vor allem für die Ärmsten und Verletzlichsten einsetze, habe die Menschen in aller Welt und auch ihn, Obama, inspiriert, sagte der US-Präsident in dem Interview. Er werde Franziskus erläutern, wie die USA Arbeitsplätze schaffen, die Einkommen erhöhen und den Familien helfen wollten. Zusammen mit den Partnern wolle Washington darauf hinarbeiten, extreme Armut in den nächsten zwei Jahrzehnten auszumerzen. Obama machte deutlich, dass er nicht in allen Fragen mit dem Papst einer Meinung ist. Das dürfte etwa für Fragen der Abtreibung und Familienplanung gelten.

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