Frankfurt/Main (dpa) - Die häufigen Streiks im deutschen Luftverkehr sind nach Meinung der Gewerkschaft Verdi eine direkte Folge der Privatisierungen in diesem Wirtschaftszweig.

Als die Flughäfen noch komplett öffentlich betrieben wurden, habe Verdi für alle Beschäftigten Tarife ausgehandelt, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Frankfurt. Nachdem unter anderem auf Druck der Airlines immer mehr Leistungen ausgegliedert und privatisiert worden seien, müssten viele Beschäftigte etwa im Sicherheitsgewerbe nun zu schlechteren Bedingungen arbeiten. "Dass die sich ein Stück ihrer Arbeits- und Einkommensbedingungen zurückholen wollen, ist klar."

Behle kritisierte zudem Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) scharf. "Die größte Frechheit ist, dass de Maizière gesagt hat: "Im öffentlichen Dienst gibt es keinen Nachholbedarf." Das sehen wir komplett anders." Dass bei einem Streik auch Unbeteiligte betroffen seien, sei zwar nicht schön, aber auch nicht zu vermeiden.