Peking (dpa) - Der Schwung der chinesischen Wirtschaft lässt nach einer privaten Umfrage weiter nach. In den ersten drei Monaten des Jahres ist die Industrietätigkeit geschrumpft, wie die britische Großbank HSBC berichtete.

Der HSBC-Einkaufsmanagerindex (PMI), der eher private und kleinere Unternehmen beobachtet, fiel im März den dritten Monat in Folge und sackte von 48,5 im Februar auf 48,0 und damit auf ein Acht-Monats-Tief. Es war der stärkste Rückgang seit mehr als zwei Jahren. Unterhalb der kritischen Grenze von 50 ist von einer abnehmenden Industrietätigkeit auszugehen.

Der offizielle Index des Nationalen Statistikamtes und des chinesischen Logistik- und Einkaufsverbandes, der hingegen stärker größere und staatliche Unternehmen verfolgt, stieg dagegen im März erstmals seit November wieder ganz leicht von 50,2 im Vormonat auf 50,3. Während das Statistikamt laut Nachrichtenagentur Xinhua davon sprach, dass sich der Produktionssektor nach dem chinesischen Neujahrsfest Ende Januar und Anfang Februar "stabilisiert" habe, zeichneten die HSBC-Ökonomen ein weniger rosiges Bild der zweitgrößten Volkswirtschaft.

"Die Geschäftsbedingungen haben sich jetzt drei Monate in Folge verschlechtert", stellte die HSBC-Analyse fest. Die saisonal wegen des Neujahrsfestes angepassten und endgültigen Daten für März "bestätigen die Schwäche der heimischen Nachfragebedingungen", meinte Ökonom Qu Hongbin. Das bedeute, dass das Wachstum im ersten Quartal unter das selbst gesteckte Ziel von 7,5 Prozent für das ganze Jahr fallen werde. Er rechnet mit Konjunkturmaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft: "Wir erwarten, dass Peking seine Politik eher früher als später feinabstimmen wird, um das Wachstum zu stabilisieren."

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