München (dpa) - Im Münchner NSU-Prozess ist die Vernehmung eines Zeugen aus der rechtsextremen Szene nach der Androhung von Ordnungsmitteln unterbrochen worden.

Das Gericht müsse klären, ob gegen den Zeugen noch ein Ermittlungsverfahren anhängig ist, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl.

Zuvor hatte Götzl erstmals im Prozess einem Zeugen Ordnungsgeld oder Ordnungshaft angedroht, falls er die Fragen des Gerichts nicht beantworte. Wenn allerdings gegen den Zeugen noch Ermittlungen laufen, könnte er die Aussage verweigern, wenn er sich sonst belasten würde.

Götzl hatte den Zeugen nach Verbindungen zur rechtsradikalen Gruppierung "Blood & Honour" gefragt. Nach einer ersten Unterbrechung sagte der Zeuge, dass in diesem Zusammenhang gegen ihn ermittelt wurde.