München (dpa) - Die wegen der NSU-Mordserie angeklagte Beate Zschäpe gehörte nach Aussage eines früheren Verfassungsschützers schon seit Mitte der 90er Jahre zum harten Kern der Thüringer Neonazi-Szene.

Er habe ihren Namen bereits seit 1994 gekannt, sagte der Beamte am Dienstag, dem 100. Verhandlungstag des NSU-Prozesses im Oberlandesgericht München.

Der Zeuge war mehrere Jahre beim Landesamt für Verfassungsschutz in Thüringen als V-Mann-Führer des Neonazis Tino Brandt tätig. Mit dessen Hilfe habe er auch versucht, das NSU-Trio nach dem Abtauchen ausfindig zu machen. Er habe einem Helfer ein mit Peilsendern präpariertes Auto "untergejubelt" und gehofft, so das Versteck von Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zu finden. Das habe aber nicht geklappt.

Am Nachmittag wollte das Gericht einen früheren Unterstützer der Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) befragen. Er soll die drei Rechtsextremisten einige Zeit zur Übernachtung bei sich aufgenommen haben. In einer Polizeivernehmung hatte er eingeräumt, selbst zur rechtsextremen Szene zu gehören.