Doha (SID) - IOC-Präsident Thomas Bach hat sich im Rahmen seiner Drei-Länder-Reise in der Golfregion am Dienstag im Emirat Katar mit Staatsoberhaupt Scheich Tamim bin Hamad al-Thani getroffen. Thema der Gespräche war unter anderem die Situation von Gastarbeitern in dem Emirat, die im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2020 immer wieder Anlass zu Kritik gab. Das teilte das IOC am Dienstag mit.

Der Scheich setzte Bach über verschiedene Maßnahmen in Kenntnis, die die katarischen Behörden zuletzt bezüglich der Arbeitskräfte und deren Bedingungen getroffen haben. 

Unterdessen forderte die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) in einem offiziellen Papier, das Arbeitsrecht beim WM-Gastgeber grundlegend zu reformieren. Die ILO verlangte insbesondere, die Einschränkungen zur Gründung von Gewerkschaften sowie beim Streikrecht umgehend zu streichen und die Gastarbeiter gegen Diskriminierung zu schützen. Das Komitee wies noch einmal darauf hin, dass nach katarischen Angaben ca. 93 Prozent der Arbeitskräfte aus dem Ausland stammen.

IOC-Präsident Bach lobte im Rahmen seines Besuches die "vielen guten Initiativen" in Katar und ließ sich von al-Thani unter anderem über das "Olympische Schulprogramm" informieren, das seit mittlerweile sieben Jahren in dem Emirat umgesetzt wird. Bach besuchte mit seiner Delegation auch das Dopinglabor, das zuletzt die Anerkennung für Bluttests durch die internationale Doping-Agentur WADA erhielt. Zum Abschluss seiner Reise macht Bach Station in Saudi-Arabien.

Bach gab zudem am Dienstag die neue Zusammensetzung der IOC-Kommissionen bekannt. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte der Präsident den Frauen-Anteil deutlich. Zudem ließ Bach seinem einstigen Konkurrenten um die Präsidentschaft einen wichtigen Posten zukommen. Ng Ser Miang aus Singapur leitet in Zukunft die Finanzkommission. Der Posten war nach dem Rücktritt von Richard Carrion (Puerto Rico) frei geworden.