Potsdam (dpa) - Die Tarifverhandlungen für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen gehen heute in Potsdam in die entscheidende Runde.

Arbeitgeber wie Gewerkschaften signalisierten nach Gesprächen am späten Montagabend zwar, dass es Zeichen einer Annäherung gebe. Von einem Durchbruch bei den Kernpunkten des Tarifkonflikts könne aber noch keine Rede sein.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der dbb-Beamtenbund fordern für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen eine Erhöhung aller Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro sowie 3,5 Prozent zusätzlich. Zugleich geht es um einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen pro Jahr und Verbesserungen für Auszubildende.

Zum Auftakt der dritten Verhandlungsrunde war es am Montag dem Vernehmen nach vor allem um Detailprobleme spezieller Berufsgruppen gegangen. Die Gewerkschaften fordern unter anderem Zulagen für besonders belastete Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr.

Als problematisch gilt nach wie vor die Sockelforderung der Gewerkschaften. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wie auch der Präsident der kommunalen Arbeitgeber (VKA), Thomas Böhle, bestätigten, dass auch über eine "soziale Komponente" für die unteren Gehaltsgruppen gesprochen werde. Offen ist aber, wie diese aussehen soll.

Verdi-Chef Frank Bsirske lehnte in diesem Zusammenhang eine Einmalzahlung kategorisch ab. "Das kommt nicht infrage. Das ist nicht tabellenwirksam", sagte Bsirske. Der Verhandlungsführer des dbb-Beamtenbundes, Willi Russ, verwies auf die verbesserte Kassenlage der öffentlichen Haushalte. Dies schaffe auch Raum für deutliche Einkommenszuwächse im öffentlichen Dienst.