Peking (SID) - Den deutschen Curlern um Skip John Jahr ist bei der Weltmeisterschaft in Peking am Dienstag eine Überraschung geglückt. Das Hamburger Team um den Verleger-Enkel Jahr feierte in seinem siebten Spiel einen 7:6-Erfolg nach Zusatzend gegen den zuvor noch ungeschlagenen Spitzenreiter Norwegen mit dem erfahrenen Thomas Ulsrud. Felix Schulze setzte den letzten Stein in der Verlängerung zum Sieg mitten ins Haus.

Zuvor hatte es für die Mannschaft des Deutschen Curling-Verbandes (DCV) am vierten Tag die dritte Niederlage in Folge gegeben. Jahr und Co. mussten sich im Nachbarduell der Schweiz mit 6:7 nach Zusatzend geschlagen geben. Mit 4:3 Siegen hat Deutschland als Fünfter gleichauf mit Titelverteidiger Schweden noch alle Chancen auf das Halbfinale. Jahr war 1987 bereits einmal Vizeweltmeister, zwei Jahre zuvor hatte er Gold bei der EM gewonnen.

"Das war vielleicht mit Ausnahme des siebten Ends ein sehr gutes Spiel von uns. Wir hatten Eis und Steine gut im Griff, und die Mannschaft zeigte sich sehr fokussiert. Das Spiel war sehr intensiv und sehr eng und hätte in beide Richtungen ausgehen können. Diesmal hatten die Schweizer die Nase vorn", hatte Bundestrainer Martin Beiser nach dem Spiel gegen die Eidgenossen erklärt. Gegen die Norweger hatte sein Team dann seinerseits mit dem Vorteil des letzten Steins das bessere Ende für sich.

Unabhängig vom weiteren Turnierverlauf haben sich John Jahr und seine Teamkollegen bereits für ihre schwache Vorstellung bei Olympia rehabilitiert. Im russischen Sotschi hatten sie von neun Spielen nur eins gewonnen und am Ende den zehnten und letzten Platz belegt. Der 48 Jahre alte John Jahr wird sich nach Peking vom internationalen Eis zurückziehen.