Stuttgart (dpa) - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) steht nach der Einschätzung von Vorstandschef Hans-Jörg Vetter vor einem schwierigem Bankenjahr.

Niedrige Zinsen, wachsender Wettbewerb und eine zurückhaltende Kreditnachfrage dürften nach einem verhaltenen Jahresstart dafür sorgen, dass 2014 nur mit einem Vorsteuerergebnis auf dem Niveau des Vorjahres zu rechnen sei, sagte Vetter am Donnerstag in Stuttgart.

2013 hatte die größte deutsche Landesbank ihr Ergebnis vor Steuern um 18 Prozent auf 471 Millionen Euro gesteigert. Erstmals seit der Finanzkrise wird wieder eine Dividende an die Eigentümer gezahlt.

Für zusätzliche Arbeit sorgt der im Sommer anstehende Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB übernimmt am 4. November die Aufsicht über die größten Banken im Euroraum. Seit Februar durchleuchten 50 Mitarbeiter der EZB die Bilanzen der LBBW auf mögliche Risiken und Kapitalbedarf. Die Kosten für die Erfüllung der Richtlinien dürften 2014 noch 30 bis 40 Millionen Euro über den 150 Millionen vom Vorjahr liegen, so Vetter.

Der LBBW-Chef will das Geschäftsmodell der Landesbank aber nicht verändern. "Wir werden am bisherigen Weg festhalten", sagte Vetter. Dabei setzt er nach wie vor auf das Firmenkundengeschäft, das Vetter so weit ausbauen will, dass die Bank Nummer drei im deutschen Markt wird.

Zuletzt eröffnete die Bank mehrere Standorte in Bayern, in diesem Jahr stehen zwei weitere in Nordrhein-Westfalen auf dem Plan. Dabei bemüht sich Vetter, die Bank weiter zu straffen und interne Prozesse verbessern.

Hinter der Bank liegt ein tiefgreifender Umbau, denn die LBBW nach der Finanzkrise auf Druck der EU wegen der erhaltenen Staatshilfen angehen musste. Die Bilanzsumme wurde drastisch verkleinert, 2500 Stellen gestrichen und Risiken abgebaut. Auf den 12,7 Milliarden Euro schweren Bürgschaftsrahmens von Land, Sparkassen und Land kann die LBBW zwar noch nicht verzichten.

In diesem Jahr ist das Institut aber zum ersten Mal seit der Finanzkrise wieder in der Lage, eine Dividende an die Eigentümer - Land, Sparkassenverband Baden-Württemberg sowie Stadt Stuttgart - zu zahlen. 72 Millionen Euro sind geplant. Außerdem will die LBBW noch diese Woche die angekündigte eine Milliarde Euro an Stillen Einlagen an ihre Träger zurückzahlen. Sie hatten das Institut neben den Bürgschaften 2009 mit fünf Milliarden Euro Kapital versorgt.