Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat nach dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) moderat zugelegt.

Die obersten Notenbanker der Eurozone hatten wie von Volkswirten erwartet den Leitzins am Donnerstag unverändert bei 0,25 Prozent gelassen. Der deutsche Leitindex fiel zunächst unter die Marke von 9600 Punkten, konnte sich dann aber wieder erholen und stand zuletzt am Nachmittag mit 0,03 Prozent im Plus bei 9626 Punkten.

Der MDax gab derweil 0,09 Prozent auf 16 599 Punkte nach. Der TecDax verlor 0,08 Prozent auf 1271 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,30 Prozent.

In den vergangenen Tagen hatten noch die Hoffnungen den Markt gestützt, dass die EZB wegen der zuletzt ungewöhnlich niedrigen Inflation zu weiteren geldpolitischen Lockerungsschritten greifen könnte. Schließlich war die Jahresteuerung im Euroraum im März auf 0,5 Prozent gesunken und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren.

EZB-Chef Mario Draghi sagte in der an den Zinsentscheid anschließenden Pressekonferenz, die EZB schließe zusätzliche und gegebenenfalls unkonventionelle Lockerungsmaßnahmen nicht grundsätzlich aus.

Zwar habe Draghi mit Nachdruck betont, dass die EZB bereit sei zu handeln, um - falls nötig - gegen deflationäre Entwicklungen vorzugehen, sagte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Letztlich zeuge die Einschätzung der konjunkturellen Lage aber von verhaltenem Optimismus und daher seien die Aussagen von Draghi wohl kein Signal für unmittelbar bevorstehende Aktivitäten der EZB.

Aktien der Deutschen Bank fielen als schwächster Wert im Leitindex um mehr als ein Prozent. Commerzbank-Anteile bauten ihren am Vortag erreichten Zweijahresrekord um 0,67 Prozent aus.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,37 (Vortag: 1,34) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 134,32 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,09 Prozent auf 142,70 Punkte. Der Kurs des Euro fiel und notierte zuletzt bei 1,3733 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3771 (Mittwoch: 1,3795) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7262 (0,7249) Euro.