Berlin/Düsseldorf (dpa) - Vor der ersten Lesung des Rentenpakets im Bundestag hat Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der schwarz-roten Regierung Klientelpolitik vorgeworfen.

"Union und SPD machen nichts anderes, als die Interessen ihrer jeweiligen Wählerklientel zu addieren", sagte sie der "Rheinischen Post". "Die große Koalition macht Politik für bestimmte Gruppen unter den Älteren - und zwar die Gruppen, denen es im Alter bereits vergleichsweise gut geht."

Göring-Eckardt fügte hinzu: "Das Rentenpaket hilft insbesondere Männern, die in der Mehrzahl eine vergleichsweise gute Rente haben. Bezahlen müssen das Rentenpaket, von dem wenige profitieren, alle Beitragszahler. Das ist nicht fair für die kommenden Generationen und für die jetzigen Rentner." Die Fraktionsvorsitzende kündigte an, dass die Grünen das Rentenpaket im Parlament ablehnen werden.

Im Bundestag steht an diesem Donnerstag erstmals der Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zur Debatte. Enthalten sind darin die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren für langjährig Versicherte und die verbesserte Mütterrente für Frauen, die ihre Kinder vor 1992 zur Welt brachten. Vorgesehen ist auch die Aufstockung von Erwerbsminderungsrenten.

Über einige Details des Entwurfs sind sich Union und SPD nicht ganz einig, etwa bei der Anrechnung von Zeiten der Arbeitslosigkeit auf die für die Rente ab 63 erforderlichen 45 Beitragsjahre. Kritiker halten die geplante Finanzierung der Reform aus der Rentenkasse - sie kostet jährlich zwischen neun und elf Milliarden Euro - für einen grundsätzlichen Fehler.

Gesetzentwurf Rentenpaket

Antrag von Union und SPD zur Stärkung der Oppositionsrechte

Gesetzentwurf von Linken und Grünen zur Stärkung der Oppositionsrechte