Wellington/Sydney (dpa) - Mit eigenen Worten wird er Neuseeländer und Australier zwar noch nicht entzücken, vielleicht schenkt er ihnen aber ein strahlendes Baby-Lächeln.

Wenn Prinz William (31) und seine Frau Kate (32) am Montag in Neuseeland eintreffen, wird vor allem einer im Fokus der Aufmerksamkeit stehen: Sohn George. Gerade mal acht Monate alt und schon so etwas wie ein Publikumsliebling in spe - ein sympathischerer Werbeträger für das britische Königshaus ist derzeit kaum vorstellbar.

Denn mit dem mehr als zweiwöchigen Besuch (7. bis 25. April) werden in den beiden ehemaligen Kolonien auch die Stimmen jener laut, die die Überbleibsel des britischen Empire abschütteln und Queen Elizabeth nicht länger als Staatsoberhaupt haben wollen. So titelte das australisch-neuseeländische Medienhaus Fairfax in einem seiner Blätter: "Sind sie das wert?" Journalisten hatten recherchiert, dass der royale Besuch umgerechnet mindestens 626 000 Euro kosten werde.

In Neuseeland, wo die königlichen Gäste vom 7. bis 14. April sein werden, bekam die Debatte zu Überbleibseln kolonialer Verbindungen gerade neue Nahrung: Der konservative Premierminister John Key schlug eine neue Landesflagge vor. Die alte enthält noch den blau-weiß-roten "Union Jack" der Briten. Die Kolonialzeit sei schließlich vorbei. Zugleich distanzierte sich Key von den Republikanern.

Parallel zu solchen Diskussionen kann sich zumindest ein Teil der Neuseeländer und Australier dann doch nicht dem Charme des jüngsten Vertreters aus Buckingham Palace entziehen. Immerhin ist es die erste öffentliche Reise des jungen Monarchen. Die Erwartungen sind deshalb hoch, dass er ein bis zwei Mal in der Öffentlichkeit erscheinen wird, obwohl seine Eltern voraussichtlich meist ohne ihn unterwegs sein werden.

Abends würden William und Kate aber zu ihrem Nachwuchs in Wellington zurückkehren, verriet Premierminister Key. Ähnlich soll es auch in Australien ablaufen, wo die Königsfamilie die meisten Nächte in Canberra und Sydney bleiben wird. George wird dann voraussichtlich die Zeit mit seinem spanischen Kindermädchen verbringen.

Wobei der kleine Prinz auch mit Gleichaltrigen in Kontakt kommen wird. Im Regierungssitz in Wellington soll er zehn Babys im gleichen Alter treffen - zum gemeinsamen Spielen. Abgesehen davon, dass sein Vater in diesem Alter ähnliche Interessen bevorzugt haben dürfte, gibt es noch eine weitere Parallele: William, der Zweite in der britischen Thronfolge, war kaum älter, als er 1983 mit seinen Eltern Charles und Diana nach "Down Under" reiste.

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