Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seine zu Wochenbeginn erlittenen Verluste ausgeweitet. Der Dax fiel am Mittag um 0,69 Prozent auf 9445 Punkte. Am Montag hatten Sorgen um die jüngste Kursschwäche an den US-Börsen das Börsenbarometer bereits kräftig ins Minus gedrückt.

Der MDax verlor zuletzt 1,60 Prozent auf 16 219 Punkte. Hier machte sich unter anderem der prozentual zweistellige Kurseinbruch der Südzucker-Aktien bemerkbar. Der TecDax gab 1,92 Prozent auf 1212 Punkte ab. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, stand 0,54 Prozent tiefer.

Neben der anhaltenden Kursschwäche an den US-Börsen verwiesen Marktbeobachter auf die wachsenden Sorgen vor einer weiteren Eskalation der Lage im Osten und Süden der Ukraine. Ein massiver Einsatz ukrainischer Spezialeinheiten im russischsprachigen Osten des Landes verschärfte die Spannungen zwischen Kiew und Moskau weiter. Nach Meinung von Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Broker GKFX wächst derzeit die Sorge vor einer größeren Korrektur an den Märkten, so dass sich die Anleger von Aktien trennen.

Auf Unternehmensseite warf die Berichtssaison in Deutschland bereits ihre Schatten voraus: Südzucker-Aktien brachen nach einem sehr enttäuschenden Ausblick am MDax-Ende um 18,46 Prozent auf 16,675 Euro ein. Der Umsatz- und Ergebnisschwund bei Europas größtem Zuckerkonzern wird sich im neuen Geschäftsjahr fortsetzen. Einem Händler zufolge hatten viele Anleger wohl damit gerechnet, dass die schlechten Nachrichten mittlerweile in den Kurs eingepreist seien und dabei unterschätzt, wie stark sich Zucker- und Bioethanol-Preisschwankungen auf die Gewinne auswirkten.