Pjöngjang (dpa) - Einen Monat nach einer staatlich orchestrierten Wahl hat Nordkoreas Parlament wie erwartet Machthaber Kim Jong Un im höchsten Staatsamt bestätigt. Kim sei als erster Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission wiedergewählt worden, berichteten die Staatsmedien am Mittwoch.

Angesichts des "historischen Moments" seiner Wiederwahl durch die neue Obersten Volksversammlung seien die Abgeordneten "in stürmische Hurra-Jubelrufe ausgebrochen", hieß es.

Die Kommission gilt als wichtigstes Entscheidungsgremium des Landes. Der nach abweichenden Angaben 30 oder 31 Jahre alte Kim hat das Amt seit zwei Jahren inne.

N ach seiner Wahl in die Volksversammlung im März galt im Ausland Kims erneute Ernennung zum Kommissionsvorsitzenden als Formsache. Die Wiederwahl reflektiere den Wunsch der ganzen Bevölkerung, hieß es aus Pjöngjang.

Nordkoreas Oberste Volksversammlung wird im Ausland als Scheinparlament bezeichnet. Das Parlament tritt normalerweise nur ein- oder zweimal jährlich zusammen. Dabei werden weitgehend Beschlüsse der herrschenden Arbeiterpartei ratifiziert.

Nach der jüngsten politischen Säuberungswelle in Nordkorea erwarteten Beobachter von der Parlamentssitzung aber neue Hinweise auf Veränderungen im Machtapparat.