Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch die Sorgen um die Ukraine erst einmal abgeschüttelt und sich etwas erholt.

Die jüngsten Wachstumsdaten aus China hätten überzeugt, schrieb Investmentanalyst Ralph Herre von der Landesbank Baden-Württemberg. Zudem stützten Börsianern zufolge positive Quartalszahlen des US-Chipherstellers Intel. Der Dax stieg um 1,13 Prozent auf 9278 Punkte.

Am Dienstag hatte das Börsenbarometer wegen der Zuspitzung der Ukraine-Krise noch 1,77 Prozent eingebüßt. Für den MDax ging es am Mittwoch um 1,60 Prozent auf 15 912 Punkte nach oben und der TecDax stieg um 2,21 Prozent auf 1182 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone zog um 1,18 Prozent an.

Chinas Wirtschaft war im ersten Quartal dieses Jahres zwar nur um 7,4 Prozent gewachsen. Dies ist das langsamste Wachstum seit 18 Monaten und liegt unter dem selbst gesteckten Ziel von 7,5 Prozent für dieses Jahr. Analysten hatten allerdings einen noch geringeren Wert erwartet, so dass die Reaktionen der Anleger positiv ausfielen. Die Krise in der Ukraine bleibe jedoch das alles beherrschende Thema, meinte Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Broker GKFX.

Unter den Favoriten im MDax sorgten die Aktien der Gea Group mit plus 5,64 Prozent für Aufsehen. Der Maschinenbau-Konzern tritt beim Geschäft mit Wärmetauschern den Rückzug an. Der Geschäftsbereich wird an von der Private-Equity-Firma Triton beratene Fonds abgegeben. Die Sparte wird mit rund 1,3 Milliarden Euro bewertet, was von Händlern positiv gesehen wurde.

Erfreuliche Nachrichten kamen auch aus dem Automobilsektor, der europaweit die größten Gewinne verzeichnete. So hatte Daimlers US-Vertriebschef Steve Cannon einem Medienbericht zufolge gesagt, dass sich in den USA die starke Nachfrage nach Autos der Marke Mercedes aus dem März im April fortgesetzt habe. Die Aktien zogen im Dax um mehr als ein Prozent an. Die Titel des Zulieferers Continental verteuerten sich an der Indexspitze um 2,70 Prozent auf 165,45 Euro.

Intel hatte am Dienstag nach US-Börsenschluss mit seinem Gewinn je Aktie die Erwartungen übertroffen. Dies trieb auch Technologiewerte hierzulande an. So stiegen die Titel des Halbleiterherstellers Infineon um knapp zwei Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,27 Prozent am Vortag auf 1,25 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 135,09 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,01 Prozent auf 144,42 Punkte nach. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3840 (Dienstag: 1,3803) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7225 (0,7245) Euro.