Mannheim (SID) - Dank ihres überragenden Torhüters Niklas Landin haben die Rhein-Neckar Löwen Rekordmeister THW Kiel von der Tabellenspitze der Handball-Bundesliga verdrängt und ihre Ambitionen auf den ersten nationalen Titel eindrucksvoll untermauert. Die Badener besiegten im Gipfeltreffen die nun punktgleichen Kieler mit 29:26 (14:12) und eroberten aufgrund des besseren Torverhältnisses den Platz an der Sonne (beide 49:9 Zähler).

Vor 13.200 Zuschauern in der ausverkauften Mannheimer Arena besiegelten Bjarte Myrhol (6 Tore) und Uwe Gensheimer (6/2) als beste Werfer sowie ein bärenstarker Keeper Landin (17 Paraden/davon drei Siebenmeter) den 15. Sieg der Löwen im 15. Heimspiel der Saison. 

Titelverteidiger Kiel, für den Filip Jicha (6) sowie Marko Vujin und Gudjon Valur Sigurdsson (beide 5/1) am erfolgreichsten waren, kassierte indes die vierte Auswärtsschlappe in dieser Runde. 

Fünf Spieltage vor dem Saisonende haben die beiden Champions-League-Viertelfinalisten jeweils 49:9 Punkte. Die Gastgeber feierten zudem Wiedergutmachung für das bittere Halbfinal-Aus am vergangenen Wochenende beim Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal. Die SG Flensburg-Handewitt belegt nach dem 23:19 (10:8) gegen die HSG Wetzlar mit 48:10 Punkten Rang drei.

Die Badener begannen hochkonzentriert und konnten sich dank ihrer treffsicheren Flügelzange Patrick Groetzki/Gensheimer eine 9:5-Führung erarbeiten (16.). Im Blickpunkt stand auch schon zu Beginn immer wieder Torhüter Landin, der alleine in der ersten Halbzeit neun Würfe der Gäste entschärfte (darunter zwei Siebenmeter). 

In der Folge steigerten sich allerdings die Kieler und zwangen die Löwen durch eine konsequente Abwehrarbeit zu Fehlwürfen. Zwar geriet das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson während der gesamten 60 Minuten kein einziges Mal in Rückstand, doch der Rekordmeister kam kurz vor der Halbzeit immerhin bis auf einen Treffer heran (11:12/28.).   

Vor den Augen von Bundestrainer Martin Heuberger erwischten die Hausherren einen Traumstart in den zweiten Abschnitt und erzielten drei Treffer in Folge. Vier Tage vor dem Hinspiel im Viertelfinale der Königsklasse gegen den FC Barcelona spielte sich der EHF-Cup-Sieger danach in einen regelrechten Rausch und wurde mit einer Acht-Tore-Führung belohnt (24:16/44.). Nationalspieler Gensheimer zeigte nach seinem Tempogegenstoßtreffer schon siegessicher die Faust und schrie seine Freude heraus. Der THW versuchte zwar dagegenzuhalten, scheiterte aber immer wieder am dänischen Zwei-Meter-Hünen Landin. 

Die Löwen hatten Kiel, das acht seiner 18 Meisterschaften in den vergangenen neun Jahren gewonnen hat, im Pokal-Achtelfinale die erste Heim-Niederlage in diesem Wettbewerb seit 23 Jahren zugefügt.