Kingston (SID) - Knapp ein Jahr nach dem verhängnisvollen Dopingtest bei Sprinterin Veronica Campbell-Brown hat die jamaikanische Anti-Doping-Komission JADCO Verstöße gegen die Kontroll-Vorschriften der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eingeräumt. In einer Stellungnahme teilte das Gremium am Mittwoch mit, im spezifischen Fall sei mit den Behältern nicht wie vorgesehen umgegangen worden. 

In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung hatte bereits der Internationale Sportgerichtshof CAS "bedauerliche Fehler" bemängelt und von "ernster Sorge über die Integrität des Anti-Doping-Prozesses" im nationalen Verband JAAA gesprochen. So habe Campbell-Brown das Gefäß vor einem notwendigen zweiten Urin-Test behalten, anstatt dieses auszutauschen. Die JADCO gelobte Besserung und versprach, Schwachstellen im System auszuräumen.

Bei Campbell-Brown war bei einem Meeting am 4. Mai 2013 in Jamaikas Hauptstadt Kingston in der A- und B-Probe das verbotene Diuretikum Lasix nachgewiesen worden. Das Mittel kann zur Verschleierung anderer Dopingmittel benutzt werden. Der nationale Verband hatte die dreimalige Sprint-Olympiasiegerin zunächst provisorisch gesperrt, eine Disziplinarkommission hob die Sperre im Oktober auf und erteilte ihr lediglich eine öffentliche Verwarnung. Der CAS sprach Campbell-Brown am 25. Februar frei.