Finanzrichter prüfen "Cum-Ex"-Aktiendeals hinter verschlossenen Türen

München (dpa) - Der Bundesfinanzhof befasst sich wie erwartet hinter verschlossenen Türen mit zweifelhaften Aktiengeschäften. Nachdem der Anwalt einer Verfahrensbeteiligten, der DWH Beteiligungsgesellschaft, einen entsprechenden Antrag bekräftigte, schloss der Vorsitzende Richter die Öffentlichkeit am Mittwoch von der mündlichen Verhandlung aus. In dem Verfahren geht es um dubiose Aktiengeschäfte, die viele Banken, aber auch Fonds und Händler betrieben haben sollen. Weil dabei einmal gezahlte Kapitalertragssteuer mehrfach erstattet wurde, soll der deutsche Fiskus mit diesen sogenannten "Cum-Ex"-Deals um Milliarden gebracht worden sein.

Inflation in Euro-Ländern bleibt auf Tiefstand von 0,5 Prozent

Luxemburg (dpa) - Die Inflation in den 18 Euro-Ländern verharrt auf einem Tiefstand. Die jährliche Teuerungsrate habe im März bei 0,5 Prozent gelegen, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Damit bestätigte sie eine erste Schätzung von Ende März. Im Februar hatte die Rate noch 0,7 Prozent betragen. Solch einen geringen Preisauftrieb von 0,5 Prozent gab es laut Eurostat zuletzt im November 2009. Die Inflationsrate liegt damit weiter unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter sehen die Preisstabilität bei knapp 2 Prozent gewahrt.

Zuspitzung des Ukraine-Konflikts alarmiert deutsche Wirtschaft

Berlin (dpa) - Die deutsche Wirtschaft sieht den Konflikt in der Ukraine mit wachsender Sorge. Manager und Ökonomen warnten am Mittwoch vor schärferen Sanktionen gegen Russland. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, mäßigend auf die angespannte Lage im Osten der Ukraine einzuwirken. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher hält Konjunkturrückschläge in Europa für möglich, sollten gegen Russland Wirtschaftssanktionen verhängt werden.

RWE-Chef Terium: Richten uns auf niedrigere Ergebnisse ein

Essen (dpa) - Der kriselnde Versorger RWE richtet sich für längere Zeit auf niedrigere Gewinne im operativen Geschäft ein. Für die Zeit nach 2014 erwarte er, dass sich die Ergebnisse weitgehend stabilisierten, allerdings auf einem gegenüber den Vorjahren niedrigeren Niveau, sagte Firmenchef Peter Terium am Mittwoch laut Manuskript in seiner Rede zur Hauptversammlung. "Wir richten uns auf diese neue Normalität ein." Im vergangenen Jahr war ein Betriebsergebnis in Höhe von 5,9 Milliarden Euro erzielt worden, acht Prozent weniger als 2012. RWE hatte 2013 unterm Strich sogar einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro erlitten. Die Dividende soll auf einen Euro halbiert werden.

Strenesse stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung

Nördlingen (dpa) - Der Modehersteller Strenesse hat nach hohen Verlusten einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Grund für diesen Schritt seien drückende Altlasten, die die Sanierung des Unternehmens behinderten, teilte Strenesse am Mittwoch im bayerischen Nördlingen mit. Der Geschäftsbetrieb gehe aber weiter. Das Nördlinger Amtsgericht bestätigte, dass das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet wurde. Strenesse befindet sich bereits seit langem in finanziellen Schwierigkeiten und stand erst im Februar vor der Zahlungsunfähigkeit. Damals hatten die Inhaber einer Zwölf-Millionen-Euro-Schuldverschreibung entschieden, dass Strenesse drei Jahre Luft bekommt und das Geld erst 2017 zurückzahlen muss.

Steuereinnahmen durch Tabakwaren gehen zurück

Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Tabakindustrie hat dem Staat im ersten Quartal 2014 weniger Steuereinnahmen beschert als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden von Januar bis Ende März Tabakwaren im Wert von rund 5,1 Milliarden Euro versteuert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Das waren 11 Millionen Euro oder 0,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Menge der versteuerten Zigaretten ging binnen Jahresfrist um 5,6 Prozent auf rund 16,1 Milliarden Stück zurück. Dagegen stieg der Absatz von Zigarren und Zigarillos (plus 8,3 Prozent), Tabak zum Selberdrehen von Zigaretten (Feinschnitt/plus 2,6 Prozent) und Pfeifentabak (plus 28,2 Prozent).

Angeschlagener Fahrradhersteller Mifa bekommt Hilfe vom Landkreis

Sangerhausen (dpa) - Der angeschlagene Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen verschafft sich mit einem Immobilienverkauf frisches Geld. Das Unternehmen, an dem der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer wesentlich beteiligt ist, werde ein Betriebsgrundstück für 5,7 Millionen Euro an den Landkreis Mansfeld-Südharz verkaufen und das Gelände anschließend mieten, teilten die Mitteldeutschen Fahrradwerke AG (Mifa) am Mittwoch mit. Zudem holte das Unternehmen mit 770 Mitarbeitern einen weiteren Sanierer an Bord. Vorstandschef Peter Wicht habe sein Amt mit sofortiger Wirkung aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Er war zuvor bereits wegen Krankheit nicht mehr im Amt.

Dax erholt sich wieder

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch die Sorgen um die Ukraine erst einmal abgeschüttelt und sich etwas erholt. Der Dax stieg um 1,13 Prozent auf 9278 Punkte. Für den MDax ging es um 1,60 Prozent auf 15 912 Punkte nach oben und der TecDax stieg um 2,21 Prozent auf 1182 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone zog um 1,18 Prozent an. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3840 (Dienstag: 1,3803) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7225 (0,7245) Euro.