Frankfurt/Main (dpa) - Dax-Anleger können nach Ostern kaum auf steigende Kurse hoffen. Börsenexperten verweisen auf die Ungewissheit über den Verlauf der aktuellen Berichtssaison. Dazu belasteten die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten, schwache Konjunkturaussichten und die anhaltende Krise in der Ukraine.

"In diesem Jahr ist den Börsen kein österlicher Frieden vergönnt", so Investmentanalyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). "Denn zum einen werden sich die Spannungen im Osten der Ukraine kaum in Wohlgefallen auflösen, und zum anderen fällt Ostern durch den späten Termin mitten in die Berichtssaison zum ersten Quartal."

Am letzten Handelstag vor Ostern profitierte der deutsche Leitindex Dax von positiven Impulsen aus den USA und schloss am Donnerstag 0,99 Prozent höher bei 9409,71 Punkten. Auf Wochensicht stand ein Plus von rund einem Prozent zu Buche.

Aber die Nervosität der Anleger mit Blick auf die Quartalszahlen halte an, schreiben die Experten der DZ Bank. Auch die weitere Konjunkturentwicklung in China sollte für hohe Kursschwankungen sorgen. Die jüngste Schwächephase an den Aktienmärkten sei längst überfällig gewesen und dürfte zunächst weitergehen. Vor allem die amerikanischen Börsen seien "unangemessen hoch bewertet". Nach der mehrjährigen Aufwärtsbewegung erscheine die Zeit ohnehin reif für eine größere Konsolidierungsphase.

Seitens der Konjunktur haben die Experten wenig Hoffnung auf positive Impulse. "Nach der deutlichen Aufhellung seit 2012 stößt das Ifo-Geschäftsklima allmählich an Grenzen", findet Analyst Christian Apelt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mit Blick auf den kommenden Donnerstag. Er rechne mit einem leichten Rückgang, der die grundlegende Konjunkturerholung aber nicht in Frage stelle. Die wenigen US-Konjunkturdaten dürften indes auf ein wieder kräftigeres Wachstum hindeuten.

Der Berichtssaison drücken in der Woche nach Ostern noch vor allem amerikanische und europäische Unternehmen ihren Stempel auf. Aus Deutschland stehen dagegen nur Geschäftsresultate aus der zweiten Reihe auf der Agenda.