Karlsruhe (dpa) - Das Justizopfer Harry Wörz bekommt eine weitere Entschädigung. Nach Bewertung eines Gutachtens sprach ihm die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe "wegen strafverfolgungsbedingter Erwerbsunfähigkeit" eine zeitlich befristete monatliche Zahlung zu.

Über die Höhe wollte die Behörde keine Auskunft geben, um die Interessen von Wörz zu schützen.

Der gelernte Installateur war wegen versuchten Totschlags an seiner von ihm getrennt lebenden Frau verurteilt worden. Sie war 1997 mit einem Schal gewürgt worden und ist seitdem schwerbehindert. Wörz verbüßte eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren. Rund 13 Jahre kämpfte er vor verschiedenen Gerichten, bis er seine Unschuld beweisen konnte. Der Täter ist bis heute nicht ermittelt worden.

Im Haftentschädigungsverfahren hatte er nach Angaben des Generalstaatsanwaltschaft bereits zwei Vorschüsse erhalten: 41 900 Euro für den erlittenen immateriellen Schaden mit einem Satz von 25 Euro pro Hafttag sowie einen nicht bezifferten Vorschuss für den materiellen Schaden.