Genf/Moskau/Mariupol (dpa) - In Genf ringt eine Spitzenrunde um eine politische Lösung des Ukraine-Konflikts, in Moskau zeigt sich Kremlchef Wladimir Putin dialogbereit, in der Ostukraine fließt weiter Blut. Die Ereignisse vom Donnerstag im Überblick:

- Die Außenminister der USA, Russlands, der Ukraine und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton versuchten in Genf, den Weg für eine politische Lösung der Staatskrise in der Ukraine zu ebnen. Russischen Diplomaten zufolge wurde dazu eine Grundsatzerklärung anstrebt.

- Kremlchef Wladimir Putin zeigte sich im russischen Fernsehen bereit zu einem "echten Dialog". Weder Flugzeuge noch Panzer könnten die Krise beenden. Zugleich warf er Kiew vor, Gewalt gegen die eigene Bevölkerung auszuüben, und forderte "garantierte Rechte" für ethnische Russen in der Ukraine. Vorwürfe, die Separatisten würden vom russischen Militär gesteuert, wies er scharf zurück.

- Die EU warnte Moskau vor einer Unterbrechung der Gasversorgung Europas und erklärte sich zu Gasverhandlungen mit Russland bereit. Putin gibt der Ukraine einen Monat Zeit zur Zahlung ihrer Gasschulden, danach will Russland Vorkasse verlangen.

- Bei einem Angriff prorussischer Aktivisten auf einen Militärstützpunkt in Mariupol im Südosten wurden in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben aus Kiew mindestens drei Angreifer getötet und 13 weitere verletzt.

- Im Osten der Ukraine gab es weitere Zusammenstöße zwischen moskautreuen Separatisten und dem Militär. Im Raum Donezk zogen sich Regierungstruppen zurück, die eigentlich gegen Separatisten vorgehen sollten, die in mehreren Städten staatliche Gebäude besetzt halten.

- Das EU-Parlament forderte angesichts der angespannten Lage in der Ostukraine eine rasche Verschärfung der Sanktionen gegen Russland. Die EU-Regierungen sollten sofort Wirtschaftssanktionen einleiten und ein Embargo auf Rüstungsgüter und Technologien verhängen, hieß es in einer mit großer Mehrheit verabschiedeten Entschließung.