Berlin (dpa) - Der Fußball-Weltverband FIFA und die Bundesregierung sind trotz der Krawalle in Rios Touristenviertel Copacabana überzeugt, dass für die Sicherheit von Spielern und Fans bei der WM gesorgt sein wird.

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern einer Armensiedlung und der Polizei wurde am Dienstag Medienangaben zufolge ein Mann erschossen. In Rios Maracanã-Stadion findet am 13. Juli das Endspiel der Weltmeisterschaft statt.

"Die FIFA verurteilt generell jegliche Form von Gewalt. Natürlich beobachten wir die Situation in Brasilien, haben aber volles Vertrauen in die brasilianischen Behörden und deren für die FIFA WM 2014 entwickeltes Sicherheitskonzept", erklärte FIFA-Sicherheitsdirektor Ralf Mutschke.

Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. "Grundsätzlich gilt: Wir haben volles Vertrauen in das, was unsere brasilianischen Kollegen da in den letzten Jahren organisiert haben. Das wird ganz sicher ein großes Fußballfest", sagte der Sprecher.

Er räumte ein, dass es derzeit etwa in Rio soziale Probleme gebe, "um die sich die brasilianische Regierung kümmert und kümmern muss". In Brasilien kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Bevölkerung - zuletzt in Rio, wo 2016 auch die Olympischen Spiele stattfinden werden.

Die Vorbereitungen für die WM in den deutschen Auslandsvertretungen in Brasilien liefen "auf vollen Touren", damit sich die Touristen dort informieren könnten, etwa über die Internetauftritte der Vertretungen, sagte der Sprecher weiter.

Auslöser der Proteste war der Tod eines 25-Jährigen. Dessen Leiche wurde am Dienstag in einem Schulgebäude in der Favela Pavão-Pavãozinho gefunden, die zwischen den Vierteln Copacabana und Ipanema liegt. Freunde machten die Polizei für seinen Tod verantwortlich. Der Zugang zur Favela wurde mit brennenden Barrikaden blockiert. Die Polizei war mit vielen Einheiten im Einsatz.

In der vorigen Woche wurden während eines zweitägigen Streiks der Polizei im nordostbrasilianischen Staat Salvador de Bahia laut Behörden 39 Menschen ermordet. Zudem kam es zu zahlreichen Plünderungen und Ausschreitungen. Die Landesregierung schickte 6000 Armeestreitkräfte in die Stadt, um die Sicherheit wiederherzustellen. Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet am 16. Juni in Salvador ihr erstes WM-Spiel gegen Portugal. Zu der Partie wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.