Frankfurt (dpa) - Der Dax hat am Freitag nur kurz von positiven US-Arbeitsmarktdaten profitiert. Nach einem Sprung auf ein Tageshoch von 9627 Punkten drehte der deutsche Leitindex schnell wieder ab. Zuletzt lag er mit 0,47 Prozent im Minus bei 9558 Punkten. Auch frische Übernahmespekulationen um die Telekom-Tochter und in der Pharmabranche konnten dem deutschen Markt keinen neuen Schwung geben. Viele Teilnehmer hätten sich wegen des Maifeiertages ein verlängertes Wochenende gegönnt, hieß es. Der MDax verbesserte sich derweil um 0,09 Prozent auf 16 096 Punkte, während der TecDax um 0,04 Prozent auf 1228 Punkte zulegte. Der EuroStoxx 50 verlor 0,51 Prozent.

Die US-Wirtschaft hat im April mit 288 000 neuen Stellen deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Das ist der stärkste Zuwachs seit Januar 2012. "Die Zahlen sind robust und untermauern das Szenario der wirtschaftlichen Belebung", kommentierte Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba. Die US-Notenbank dürfte sich in ihrem langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik bestätigt sehen. Auch der Blick Richtung Ukraine animiert nicht zu Engagements am Aktienmarkt.

Mit Neuigkeiten im Rennen um eine Merck & Co-Sparte legten auch Bayer-Titel um fast ein halbes Prozent zu. Kreisen zufolge nutzen die Leverkusener die Absage eines Mittbewerbers für exklusive Verhandlungen um das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten. Im Pharmasektor spielt derweil vor allem in London die Musik: Im Übernahmepoker um AstraZeneca hat Pfizer mit einem neuen Gebot den Druck auf das Management erhöht. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten - der Rivale ist auch mit seiner höheren Offerte erneut abgeblitzt.

Deutlich nach oben ging es für die T-Aktien nach Berichten über ein bevorstehendes Gebot für die US-Tochter T-Mobile US. Sie zogen um rund zweieinhalb Prozent an, nachdem die Papiere der amerikanischen Mobilfunksparte tags zuvor im US-Handel gar mehr als acht Prozent gewonnen hatten. Es hieß, der Konkurrent Sprint habe im April mit Banken über die Finanzierung einer möglichen Übernahme der Nummer vier auf dem US-Markt gesprochen. Zudem stützten die am Vorabend veröffentlichten Zahlen zur Neukundengewinnung im ersten Quartal die Aktien der deutschen Mutter.

Auch BASF-Aktien legten nach Zahlen etwas zu. Vor allem die Gewinnentwicklung verhinderte aber eine positivere Kursreaktion. Das wichtige operative Ergebnis hatte die Erwartungen laut Börsianern "nur erfüllt", das Öl- und Gasgeschäft enttäuschte. Ein Gewinneinbruch und Erlösrückgang setzten den Papieren der Software AG derweil im TecDax zu. Sie rutschten um über vier Prozent ab.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,28 Prozent am Mittwoch auf 1,23 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 135,17 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,19 Prozent auf 144,36 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3862 (Mittwoch: 1,3850) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7214 (0,7220) Euro.