Zürich (SID) - Edgar Torronteras ist ein Multitalent: Gerade noch ist der Spanier in atemberaubendem Tempo auf seiner Motocross-Maschine durch das Hallenstadion in Zürich gerast, da steht er auch schon wieder auf einer Rampe und unterhält die Zuschauer als "Human Beatbox". Später macht sich der siebenmalige nationale Motocrossmeister beim Masters of Dirt auch noch als Zugmaschine für die nicht motorisierte Fahrerfraktion verdient - jede Aktion von "E.T." wird frenetisch gefeiert.

Beim Whip-Contest, in dem die Fahrer ihre Maschinen in 14 Meter Höhe zwischen zwei steilen Rampen querlegen, triumphiert Torronteras. Dann muss sich der "Alleinunterhalter" aber doch geschlagen geben. Beim Wettbewerb "Alt gegen Jung" liegt der erst 14-jährige Tscheche Matej Cesak vorn. Für den schmalen Jungen, der sein Bike perfekt beherrscht und dessen Stimme sich beim Interview noch überschlägt, gibt es aber keine Champagnerdusche: Matej feiert mit einem Tetrapack Milch. 

"Es ist fantastisch, wieder auf dem Bike zu sitzen", sagt der Teenager. Letztes Jahr hatte sich der Youngster beim Umstieg auf eine größere Maschine am Fuß verletzt und länger pausieren müssen. Doch die Gefahren werden ausgeblendet - und das, obwohl eins der Highlights der Show gar nicht erst stattfinden kann.

Jostein Stenberg liegt am Abend der Show längst im Krankenhaus. Der Norweger erlitt bei einem Trainingssturz eine schwere Gehirnerschütterung und brach sich das Schlüsselbein. Dabei ist Stenberg noch glimpflich davon gekommen. Schließlich rast der 37-Jährige mit einem rund 400 Kilogramm schweren Schneemobil über die Rampen und schafft damit sogar einen Rückwärtssalto.

Vorsichtshalber kündigt der Veranstalter nach Genesungswünschen schon mal die Buchung von zwei Schneemobilfahrern fürs kommende Jahr an. The show must go on. Improvisieren gehört bei dem Event dazu: Als die Seilwinde kaputtgeht, mit der die BMX-Fahrer und Mountainbiker auf die nötigen 70 km/h beschleunigt werden, um ihre Tricks zu zeigen, springen kurzerhand die Motocrossfahrer als Zugmaschinen ein. 

Doch die Beschleunigung ist nicht so gleichmäßig wie bei der Seilwinde: BMX-Fahrer Patrick Guimez stürzt gleich zwei Mal bei dem Versuch, dem Publikum einen zweifachen Rückwärtssalto zu präsentieren. "Am Rücken hat es mich schon ganz schön erwischt, aber ich wollte es unbedingt probieren", sagt Guimez: "Glücklicherweise vergesse ich die Stürze sofort wieder." Am Ende gelingt das waghalsige Manöver, und der Franzose radelt jubelnd aus der Halle. Diesmal nimmt er nur ein paar blaue Flecken mit zum nächsten Tourstopp.

Torronteras, der für seinen Kumpel Guimez die Zugmaschine gibt, relativiert das Risiko: "Wir trainieren sehr viel für unsere Show und können die Gefahren genau einschätzen", sagt der Familienvater. Sicherheit steht bei den Shows ganz oben auf der Liste, doch Gefahr für Leib und Leben lässt sich bei Sprüngen mit harmlosen Namen wie "Superman Seatgrab" oder "Lazy boy" nicht ausschließen.

Im September kommt die Show erstmals nach Deutschland: In Berlin (19. September) und Hamburg (20. September) ist dann auch der Strandbuggy mit dabei. Den Zuschauern wird wieder der Atem stocken.