München (dpa) - Dank seiner Nervenstärke bleibt Tommy Haas auf Kurs Titelverteidigung in München. Der Tennis-Routinier setzte sich beim bayerischen ATP-Turnier in einem spannenden Viertelfinale gegen den Südtiroler Andreas Seppi mit 6:3, 3:6, 6:3 durch.

Damit ist Haas nur noch zwei Siege von seinem zweiten Erfolg bei den BMW Open entfernt. Als sich der 36-Jährige im dritten Satz ein Marathon-Spiel über elfmal Einstand sicherte, war die Vorentscheidung gefallen. Nach 1:56 Stunden durfte der Turnier-Mitfavorit die Siegerfaust ballen.

Im Kampf ums Endspiel trifft Haas am Samstag auf den Qualifikanten Martin Klizan aus der Slowakei, der sich zuvor mit 7:6 (7:3), 1:6, 6:1 gegen Denis Istomin aus Usbekistan durchgesetzt hatte. Am Abend hatte noch Jan-Lennard Struff in seinem Spiel gegen Ricardas Berankis die Möglichkeit, Haas als zweiter Deutscher ins Halbfinale zu folgen.

Auf dem Weg zum perfekten Comeback nach sechswöchiger Verletzungspause musste Haas wie erwartet kämpfen, ehe der dritte Erfolg im vierten Aufeinandertreffen gegen den italienischen Davis-Cup-Halbfinalisten feststand.

Im ersten Satz blieb Haas geduldiger als sein sechs Jahre jüngerer Kontrahent und nutzte beim Stand von 4:3 gleich die erste Chance zum Break. Im zweiten Durchgang bot sich den Zuschauern auf dem Centre Court das verkehrte Bild, da gab Haas bei 3:4 den Aufschlag ab und musste deshalb nach gut einer Stunde in den Entscheidungssatz.

Dort schwächelten dann plötzlich beide beim Aufschlag. Haas gelang gegen den Weltranglisten-33. das Break zum 4:2, dann kassierte er aber umgehend das Re-Break. Es folgte das umkämpfte achte Spiel, in dem Haas exzellente Bälle spielte und zugleich einfache Fehler machte. Erst nach dem elften Einstand sicherte sich der Lokalmatador das Spiel und beim folgenden eigenen Aufschlag das Match.

Nun wartet ein wesentlich unbekannterer Spieler auf den Altmeister, der am Aumeisterweg aber bislang einen Lauf hat. Außenseiter Klizan ließ sich auch von Philipp Kohlschreibers Erstrundenbezwinger Istomin nicht stoppen. Der Weltranglisten-111. bestritt samt Qualifikation das sechste Match in sieben Tagen und hat nun die Chance auf seinen ersten Finaleinzug in diesem Jahr. Einmal war er bislang in seiner Karriere gegen Haas angetreten - 2012 verlor er in Hamburg deutlich.