München (dpa) - Mit dem Tod von Cornelius Gurlitt ist der Fall Gurlitt noch lange nicht abgeschlossen. Die große Frage ist: Was geschieht mit seiner millionenschweren Kunstsammlung?

Nicht einmal einen Monat nach seiner Vereinbarung mit dem Staat ist der Münchner Kunstsammler Cornelius Gurlitt tot. Der Krimi, der die Kunstwelt seit November 2012 in Atem hält, ist damit aber noch lange nicht vorbei.

Wie geht es nun mit Gurlitts millionenschweren Sammlung weiter?

Diese Frage lässt sich wenige Stunden nach Gurlitts Tod nicht beantworten. "Ich kann dazu keine Stellung beziehen", sagte Gurlitts Sprecher Stephan Holzinger. Sowohl die Bilder aus seiner Schwabinger Wohnung, die die Staatsanwaltschaft 2012 beschlagnahmte, als auch die später in seinem Salzburger Haus gefundenen Bilder befinden sich an einem geheim gehaltenen Ort.

Wer erbt den Kunstschatz?

Das ist die zentrale Frage. "Es ist Aufgabe des Nachlassgerichts zu ermitteln, ob es ein gültiges Testament und/oder einen Erbvertrag gibt", sagte Holzinger. Gurlitt hat keine Kinder und nach dem Tod seiner Schwester Benita nur noch entfernte Verwandte. Dazu gehören ein entfernter Cousin, der in Spanien lebt und einst behauptete, Cornelius Gurlitt wisse auch, wo sich das Bernsteinzimmer befinde. Auch ein Schwager Gurlitts lebt noch in der Nähe von Stuttgart. Der Mann seiner verstorbenen Schwester rief einst die Polizei, weil er Gurlitt nicht erreichen konnte und sich Sorgen machte.

Wird die Herkunft der Bilder weiter erforscht?

Die Behörden sagen: Ganz klar ja. Die Vereinbarung Gurlitts mit der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern sei auch für die Erben bindend, teilte das bayerische Justizministerium nach Gurlitts Tod mit. "Er hat mit der Vereinbarung dafür Sorge getragen, dass die Erforschung der Herkunft der Bilder auf jeden Fall weitergehen kann", sagte Justizminister Winfried Bausback (CSU). "Damit kann nationalsozialistisches Unrecht aufgearbeitet werden und Opfer des NS-Unrechtsregimes können ihre Ansprüche geltend machen."

Wie geht es mit dem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Augsburg gegen Gurlitt wegen des Verdachts auf ein Steuerdelikt weiter?

Gar nicht. Das Verfahren erlischt mit dem Tod Gurlitts, wie seine Anwälte mitteilten und die Staatsanwaltschaft Augsburg bestätigte. "Mit dem Tod von Cornelius Gurlitt enden sowohl das Betreuungs-, als auch das Ermittlungsverfahren", hieß es in einer Mitteilung der Anwälte.

Wo wird Gurlitt bestattet?

Das ist noch offen. Ob ein Bestattungsunternehmen beauftragt wurde, war am Dienstag unklar. Unklar war auch, wer dafür überhaupt zuständig ist. Auch die Betreuung durch den gerichtlich bestellten Betreuer Christoph Edel endete mit dem Tod Gurlitts.

Homepage Cornelius Gurlitt

Gemeinsame Mitteilung zur Vereinbarung