Berlin (dpa) - Oscar-Gefühle in Berlin: Zur Verleihung der Lola, der deutschen Variante des amerikanischen Filmpreises, sind am Abend mehr als 1800 Gäste ins Berliner Tempodrom gekommen.

Die Gala des Deutschen Filmpreises gilt als wichtigstes Ereignis der Branche - und eine Art großes Familientreffen für Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Kameraleute, Filmkomponisten und Drehbuchschreiber.

Die einen führten ihre feinen Roben auf dem roten Teppich vor, darunter Schauspieler wie Michael "Bully" Herbig, Christine Neubauer, Michael Gwisdek, Ulrich Matthes, Filmproduzent Artur Brauner und Regisseure wie Leander Haußmann und Oskar Roehler. Bei den anderen - den Nominierten in 16 Kategorien - wuchs inzwischen die Nervosität.

"Das Tolle am Deutschen Filmpreis ist ja, dass vorher wirklich niemand weiß, wer gewinnt", meinte Schauspielerin Karoline Herfurth vor der Verleihung, bei der sie eine der Laudatorinnen sein sollte. Sie bekannte: "Ich habe immer noch sehr großes Lampenfieber, wenn ich eine Laudatio halten darf".

Der Publikumshit "Fack ju Göhte", in dem Herfurth an der Seite von Elyas M'Barek spielt, ging mit vierfachen Lola-Chancen an den Start. "Dass eine Komödie überhaupt als bester Film nominiert wird, ist einfach unglaublich." Neben Herfurth sollten auch Schauspieler wie Heike Makatsch, Sibel Kekilli, Christoph Maria Herbst und Bruno Ganz ihren Kollegen die begehrten Lolas überreichen.

Einer konnte ganz gelassen sein, denn er stand als Gewinner bereits fest: Der Regisseur, Produzent und Autor Helmut Dietl ("Schtonk", "Zettl") sollte mit dem Ehrenpreis für seine Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet werden. "Ich freue mich über jeden Preis, aber über diesen ganz besonders", ließ sich der 69-jährige zitieren.

In der Königskategorie Bester Spielfilm konkurrierten sechs sehr unterschiedliche Produktionen: Favorit mit neun Nominierungen war der Alpenwestern "Das finstere Tal" von Andreas Prochaska. Chancen auf die Trophäe hatten außerdem Bora Dagtekins "Fack ju Göhte" und Edgar Reitz' vierstündiges, schwarz-weißes Geschichtsepos "Die andere Heimat". Ebenfalls nominiert: Die surreale Tragikomödie "Finsterworld" von Frauke Finsterwalder, der Low-Budget-Liebesfilm "Love Steaks" von Jakob Lass und das deutsch-norwegische Frauen-Drama "Zwei Leben" von Georg Maas.

Als beste Schauspielerinnen nominierten die Mitglieder der Deutschen Filmakademie Carla Juri ("Feuchtgebiete"), Juliane Köhler ("Zwei Leben") und Jördis Triebel ("Westen"). Als beste Schauspieler standen Dieter Hallervorden ("Sein letztes Rennen"), Sascha Alexander Gersak ("5 Jahre Leben") und Hanno Koffler ("Freier Fall") zur Wahl.

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