Berlin (dpa) - Beim Feiern hielten sich die Vizemeister noch zurück, die Warnung an den FC Bayern hatte der BVB schon zuvor abgefeuert.

Mit einem locker herausgespielten 4:0 (2:0)-Sieg gegen eine überforderte Hertha hat Borussia Dortmund die Generalprobe auf das große Saisonfinale im Berliner Olympiastadion gewonnen - der Meister aus München muss sich im Pokal-Endspiel am kommenden Samstag auf einen BVB in Topform einstellen. Der künftige Münchner Robert Lewandowski glänzte mit zwei Supertoren und sicherte sich mit 20 Treffern die Bundesliga-Torjägerkrone der abgelaufenen Saison.

"Ich bin hochzufrieden, wir haben hochverdient und ziemlich deutlich gewonnen, weil wir hochmotiviert waren, diese 71 Punkte zu schnappen", erklärte Borussen-Coach Jürgen Klopp. Allerdings mussten in Marco Reus, Nuri Sahin und Mats Hummels gleich drei seiner Spieler angeschlagen vorzeitig vom Platz. Auch Lewandowski holte sich am Ende noch eine kleine Blessur ab. Bis auf Sahin (Muskelverletzung) aber seien es nur Kleinigkeiten, die im Hinblick auf das Cupfinale "kein größeres Problem" sein sollten, informierte Klopp nach dem Spiel.

Lewandowski (41. und 80. Minute), Milos Jojic (44.) mit seinem vierten Saisontor und Henrich Mchitarjan (82.) machten den 22. Saisonsieg des Tabellenzweiten (71 Punkte) perfekt. Die Dortmunder haben jetzt schon neun Liga-Spiele nacheinander nicht verloren und dabei 23 von 27 möglichen Punkten gesammelt. "Er übt seit vier Jahren Freistöße. Von 8000 im Training waren maximal drei drin - das ist leider die Wahrheit", sagte Klopp zum letzten Bundesliga-Tor von Lewandowski im BVB-Trikot: "Auf dem letzten Drücker nimmt er noch diese Qualität mit - cool."

Aufsteiger Hertha, der sich den Klassenerhalt schon vor einigen Wochen gesicherte hatte und mit 41 Punkten auf Platz elf landete, fehlte vor 76 197 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion auch angesichts personeller Probleme die Möglichkeiten, um die Borussia tatsächlich zu fordern. Zur Krönung einer durchaus gelungenen Saison will der BVB nun in einer Woche den DFB-Pokalsieg holen und damit das Double des souveränen Champions Bayern München verhindern.

Die Hertha-Fans feierten schon vor dem Anstoß den Abschied von Lewan Kobiaschwili, der in seinem 351. und letzten Bundesligaspiel nochmals von Beginn an mitmachen durfte, und Adrian Ramos. Der Kolumbianer, von Sommer an in Diensten des BVB, saß nach einer Erkältung zunächst nur auf der Bank. Seinen 16 Saisontoren konnte Ramos in der halben Stunde nach der Einwechslung keins mehr hinzufügen.

Sein Angriffskollege Sandro Wagner hätte Hertha nach sechs Minuten fast in Führung gebracht. Doch den Kopfball des wuchtigen Berliner Mittelstürmers holte Sahin von der Linie. Erst nach mehr als einer Stunde musste Keeper Roman Weidenfeller, einer von sechs Dortmundern im vorläufigen WM-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw, bei einem Freistoß von Marcel Ndjeng (66.) und einem Kopfball von Ramos (68.) dann wieder eingreifen.

Zu der Zeit war die Partie allerdings praktisch schon entschieden. Nach Superpass von Reus schlenzte der künftige Münchner Lewandowski den Ball ins lange Eck. Dann narrte Jojic Hertha-Verteidiger John Anthony Brooks und traf. Schließlich machten Lewandowski mit einem direkt verwandelten Freistoß-Schlenzer aus 18 Metern und Mchitarjan die höchste Berliner Saisonniederlage perfekt. "Es war eine schwere Saison", erklärte Hertha-Abwehrmann Sebastian Langkamp: "Wir haben versucht, nochmal anzuziehen. Aber es war nicht mehr drin."

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 42,1 - 57,9

Torschüsse: 10 - 14

gew. Zweikämpfe in %: 48,7 - 51,3

Fouls: 19 - 12

Ecken: 9 - 0

Quelle: optasports.com